aktualisiert am 25. Juni 2007

Juni

Johanni- Erdbeer- und Rosenzeit


(Aquarell "Schneeweißchen und Rosenrot", gemalt von Madeleine im Juni 2007)

***

Erdbeerlein Lina


(2006)

***

Rose

Von allen Blumen, die bekannt,
ist sie die schönste hier im Land.
Wird Königin sogar genannt.
Was soll ich nur für Worte wählen,
von ihrer Schönheit zu erzählen?

Die Rosenknospen öffnen sich,
Ein Weiß, wahrhaftig königlich,
entfaltet sich.
Auch gelb. Und immer loht
das wunderschöne Rosenrot.

Und wenn sie blüht, schwebt in der Luft
ein ganz geheimnisvoller Duft.

Wir Elfenkinder lieben sie,
denn Elfen sticht die Rose nie

Dieses Gedicht ist das Lieblings-Rosengedicht meiner Tochter Madeleine. Ich bekomme es immer mal wieder von ihr aufgeschrieben - zum Geburtstag, zum Muttertag....und nun steht es hier im Jahresreigen für Dich.
Es stammt von C. M. Barker und wurde übersetzt von E. Stiemert

***

hier und da fehlt noch etwas für den Jahresreigen Juni - Bilder, Texte, Rezepte..
...aber der Anfang ist gemacht:

 

Im Juni feiert die Natur Hochzeit. Ja, so kann man das denke ich sagen. Man glaubt es kaum, wie verschwenderisch die Natur sich zeigen kann, alles grünt und blüht so üppig, dass es das Herz erfreut.
Prächtige Farben schenkt uns die Natur, Düfte, nach und nach Früchte, ein wahres Feuerwerk. Man hat das Gefühl, die Natur verausgabt sich jetzt völlig, bevor sie dann nach und nach wieder in sich kehrt - einmal noch im Herbst gibt sie ihr Letztes, schenkt uns noch einmal Früchte und kräftige Farben, dann aber zieht sie sich zurück und wie Menschen ebenso...

Nun aber ist erst einmal Hochzeitsstimmung und das sollten wir jeden Tag, wie unsere Kinder es meist tun, genießen.
Die Menschen sollten nicht nur Früchte und dergleichen als Vorrat für den langen Winter sammeln und ernten, auch Sonnenstrahlen in unseren Herzen, Freude, Lebenslust, all diese Seligkeitsdinge sollten wir jetzt förmlich in uns aufsaugen und ein wenig als Vorrat bewahren wie die kleine Maus Frederik in der Geschichte von Leo Lionni. Ich erinnere mcih gerade an diese Geschichte, es ist lange Zeit her, dass ich das Buch einmal im Kindergarten angeschaut habe...

Der Juni ist für mich ein richtiger Rosenmonat - nun ist doch wirklich Hochzeit - Rosenhochzeit, hm? Überall im Garten blühen sie nun um die Wette.
Wir haben viele Rosenstöcke in unserem Gärtchen rund um das Haus gepflanzt. Die ein oder andere Rose wuchs auch schon hier, bevor wir einzogen und hat sicherlich ehemalige Bewohner ebenso erfreut...

Mein Mann und ich schenken uns einander gerne Rosenstöcke für den Garten - eine Rose, die am Rosenbogen wächst hat mir mein Mann vor vielen Jahren einmal zum Muttertag geschenkt (samt Rosenbogen), die Rose auf der Seite gegenüber habe ich später zu einem meiner Geburtstage bekommen :0)

Meist sind es englische Duftrosen oder alte Rosensorten, die in unserem Garten blühen. Ich habe diese deshalb so gerne, weil ich mich nicht nur an ihren Blüten und am feinen Duft im Garten erfreuen kann, sondern diesen auch "einfange". Ich mache daraus Rosengelee, Rosensirup, Rosenlikör und andere kostbare Dinge wie Rosenduftkissen, Rosenzucker usw. Meine Kinder haben sich von meiner Rosenliebe bereits anstecken lassen und so haben wir alle viel Freude an ihnen.
Rosen sind richtige Heilpflanzen, wusstest Du das?
Zu gegebener Zeit aber mehr dazu....

 

Rosen begleiten mich seit langer Zeit schon, die Rose ist meine Herzensblume. Du findest sie bei mir zu Hause nicht nur in Form von Rosenstöcken im Garten, sondern auch auf vielen schönen Stoffen, aus denen ich schöne Puppenkleidchen und Kinderkleider nähe, ich mache daraus Kissen, Gardinen, Stoffkörbchen und, und, und.
Das Geschirr, mit dem ich am Morgen unseren Tisch decke ist mit Rosen verziert, die Seife, mit der wir unsere Hände waschen duftet nach Rosen, in meinen Schränken durftes es meist nach Rose, meine Nähnadeln stecken auf einer von mir gefilzten Rosenblüte, meine Handtasche ziert eine Rose, sonntags ist der Tisch im Sommer oft mit Rosenblütenblättern und Efeuranken geschmückt, unsere Eingangstüre erstrahlt in rosenrot, ich stricke nur mit Rosenholzstricknadeln, ich mag Rosenbücher jeglicher Art, natürlich auch -gedichte, meine Lieblingsfarbe ist rosé, wie man unschwer hier überall erkennen kann und meine Kinder kamen von Rosenduft umgeben auf diese Welt.....ach, ich könnte hier Bände füllen.


Vor vielen Jahren, als ich in unserem Waldorfkindergarten zusammen mit meiner Freundin gearbeitet habe, verbrachten wir beide den Tag mit 18 Kindern zusammen in der Rosengruppe. Aus dieser Zeit blieben mir viele, viele schöne Erinnerungen - meine Freundin Susanne und ich teilten unsere Rosenliebe sehr miteinander - damals entstand mein Rosengelee...(Susanne zog um nach Berlin und meine 2 kleineren Kinder gehörten später in die Veilchengruppe unseres Waldorfkindergartens).

Da fällt mir eben noch eine kleine Rosengeschichte ein. Mein Mann hat mich einmal mit einer ganz süßen Rosenidee überrascht, soll ich sie Dir mal verraten?
An einem meiner Geburtstage lag ich etwas müde auf dem Sofa und schlummerte ein wenig vor mich hin, als mich etwas Weiches sachte aufweckte - mein Mann stand vor mir mit einem Korb voll gepflückter Rosenblätter aus dem Garten und ließ sie allesamt auf mich niederregnen - war das ein schönes Gefühl, ein sanfter Duft um mich herum und ein wundervoller Anblick.
Also das ist unbedingt nachahmenswert. Solche Augenblicke vergisst man doch in seinem Leben nie - das sind wirkliche Herzenserinnerungen....
Man kann sich ganz ohne Worte so viel sagen :0)


Und was ist der Höhepunkt einer jeden (Rosen-)Liebe???



...eine Rosenhochzeit

Es war immer ein großer Traum von mir, eine richtige Märchen-Rosenhochzeit zu feiern und genau diese feierte mein Mann und ich an einem Tag Anfang Juli vor einigen Jahren, zusammen mit der Taufe von Maxim und Madeleine. Ich kann es nicht lassen, an dieser Stelle ein wenig davon zu erzählen - mehr dazu aber bestimmt dann bei Rösleinrot....

Es war ein wunderschöner Sonnentag, wir feierten nach der kirchlichen Trauung & Taufe = Traufe auf einer idyllischen alten "Dornröschenburg" in unserer Nähe, mitten zwischen Weinbergen, Wiesen und Feldern....
Rosen waren überall zu finden - in Haarkränzen auf unseren Häuptern, rund um und in unserer"Hochzeitskutsche", in der Kirche, auf dem Kopfsteinpflaster vor der Kirche, auf den Tischen im Burgsaal - überall einfach. Es war ein richtiges Rosenfest, wie ich es mir gewünscht habe.

Aber nun erst mal genug der Hochzeitsschwärmerei, weiter im Jahresreigen (aber wie gesagt, bei Rösleinrot erzähle ich noch ein wenig mehr....)


Schafskälte und Wollverarbeitung im Juni und danach....

 

um den 11. Juni herum ist die Zeit der Schafskälte. Diesen Begriff kannte ich zwar früher, aber dass es wirklich etwas damit auf sich hat, habe ich erst bei meiner Arbeit im Waldorfkindergarten auf dem Wilhelmshof erfahren. Dort gibt es ja 2 Schäfchen - Liese und Lotte und diese beiden werden wirklich erst nach der Schafskälte geschoren, damit sie nicht frieren müssen, wenn es in dieser sonst so warmen Zeit doch noch zu einem Kälteeinbruch kommt.
Und es ist wirklich so, die Wahrscheinlichkeit ist nicht gerade klein, dass es noch einmal kalt wird.


Wenn die Wilhelmshof-Schäfle dann erst geschoren sind (auf dem Bild siehst Du die beiden fast nackigen Schäfle) und der Sommer mit all seiner Kraft herbeizieht, dann allerdings bekommen Liese und Lotte oft einen Sonnenbrand auf ihrer nackigen Haut ;0)
Ja, das ist wirklich so, im vorigen Jahr konnte ich das deutlich sehen. Sie haben dann ein Sonnendach bekommen oder ziehen zurück in ihr schattiges Ställchen.


Nach der Schur haben wir viel Arbeit - bei schönem Sonnenwetter waschen wir mit den Kindern zusammen draußen die Wolle und trocknen sie dann auch gleich im Garten (natürlich auf einem rosa Tuch ;0)
Das ist eine wunderschöne Arbeit. Den ganzen Vormittag über sind wir emsig beschäftigt, die viele Wolle zu waschen - man glaubt es kaum, wie viel Wolle auf so einem Schaf ist und was danach vom Schäfle noch übrig bleibt - gar nicht so viel, wie man erkennen kann :0)



Die saubere Wolle wird dann natürlich von uns weiter verarbeitet - wir kardieren sie zunächst und färben sie (wie auch Seide) zum Teil mit Pflanzenfarbstoffen aus der Natur.

Rechts auf dem Bild siehst Du Maris, wie er mit Birkenblättern gefärbte Seide wäscht...das machen wir dieses Jahr auch wieder zu Hause :0)

Ja, und dann möchten wir sie irgendwann auch mal Wolle spinnen....ich berichte dann weiter.

Zu Hause lässt sich manch dieser Arbeit wohl bei nur wenigen in dieser Form nachahmen - kaum jemand hat Schäfle zu Hause, die einem Wolle schenken. Vielleicht kann man aber von einem Schäfer in der Nähe etwas Wolle bekommen und diese mal zu Hause waschen und ein kleines Zwergle damit füllen?
Aber ein Versuch, Seide mit Pflanzenfarbstoffen über die Sommermonate hinweg zu färben lohnt sich auch sehr


Buchtipps:
Wolle und Seide mit Naturstoffen färben
und/oder Naturfarben auf Wolle und Seide - Färben ohne giftige Zusätze,
beide unbedingt empfehlenswert, erprobt und geschrieben von Dorothea Fischer. Wir arbeiten in unserem Waldorfkindergarten nach diesen Rezepten und freuen uns nach den Farben gelb und grün im Sommer 2006 jetzt schon auf die neuen Farben des Sommers 2007




Johannizeit

Der Juni ist auch der Johannimonat, ich freue mich jedes Jahr auf unsere Johannifeste im Waldorfkindergarten oder in der Waldorfschule. Mir bedeuten diese Feste sehr viel und ich bin dankbar, dass meine Kinder in einem so besonderen Rahmen die Möglichkeit haben, so etwas Schönes erleben zu dürfen.

Am 24. Juni ist Johannitag/Sommersonnwende - dieser Tag ist also ganz genau genau gegenüber von Weihnachten.
Die Natur steht nun in voller Blüte, man erkennt es auf den ersten Blick. Grüner und üppiger wird es nun nimmer....
Bald schon werden die Tage allmählich wieder kürzer. Das kann man sich doch kaum vorstellen.
Hast Du schon bemerkt, dass auch die Vögel nach der Johannizeit am Morgen und am Abend immer stiller werden? Nach und nach werden sie leiser und am Ende des Sommers hören wir sie schon bald gar nicht mehr singen....
Der einzige Baum, der nun noch blüht ist die Linde. Alle anderen Bäume hatten ihre Blütezeit bereits im Frühjahr, nur die Linde blüht zur Sommerszeit, meist genau zu Johanni (außer dieses Jahr, da war alles etwas früher...).

mucksmäuschenstille Spaziergänge durch Wald und Flur

Schön ist es, wenn wir gerade jetzt mit den Kindern einmal ganz stille Spaziergänge machen, an Wiesen und Feldern entlang, im Wald...ganz still sollten wir dabei sein und lauschen, wie die Natur in dieser Zeit klingt.
Bei größeren Kindern kann man vielleicht sogar bei einem Waldspaziergang einmal die Augen verbinden, das Kind an die Hand nehmen und dann dessen Sinne sich entfalten lassen. Oder wir machen es mal umgekehrt - die Kinder führen uns durch den Wald mit seinen Sommergeräuschen. Ich denke, das wird spannend und sehr erlebnisreich sein.
Die Gerüche draußen sind nun ganz intensiv, egal ob wir an einer frisch gemähten Wiese vorbeikommen oder uns der starke Duft der Lindenblüten in die Nase steigt - ein Fest für unsere Sinne. Und hat man nicht manchmal das Gefühl, Bäume und Büsche singen zu hören? Natürlich sind es nur die fleißigen Bienchen, die in großer Zahl emsig Nektar sammeln.


Zur Johannizeit gehören natürlich die Johannisbeeren, die wir nun nach und nach ernten. Wir haben nicht gar so viele im Garten, aber diese genießen wir dafür sehr (irgendwann sind es sicher mehr). Wir essen unsere Träuble noch bei der Ernte sogleich auf.

 

Einmachzeit

in der Zeit, in der uns die Natur so reich mit Früchten beschenkt, ist auch heute noch Einmachzeit. Ich denke nicht, dass dies nur in frühere Zeiten gehört, als man wirklich für den Winter vorsorgen musste. Heutzutage müssen wir nicht mehr für karge Zeiten vorsorgen, wir könnten rund um das Jahr alles einkaufen, selbst Erdbeeren im Februar....
Dennoch ist es gerade heute so wichtig, Kindern diese Erfahrungen mitzugeben. Es sind elementarste Erlebnisse, die man ihnen nur auf diese Weise mitgeben kann.
Meine Kinder freuen sich so sehr über all diese selbstgemachten Schätze, die wir nun in dieser schönen Jahreszeit mit viel Liebe machen.
Marmelade, Sirup, Gelee, Tee ...die kommenden Wochen und Monate nehmen wir uns noch einiges mehr vor. All diese Tätigkeiten, die so unmittelbar mit der Jahreszeit und der Natur zusammenhängen bieten den Kindern unschätzbare Erlebnisse. Gekaufte Marmelade, Tee, Saft usw. ist längt nicht dasselbe. Wenn das ein oder andere "Eigene" sich zu den Dingen dazugesellt, die wir im Laden besorgen, so ist das etwas ganz Besonderes und Kostbares.
Ich kann das z.B. auf eindrückliche Weise erleben, wenn wir, wie gerade jetzt, den Kohlrabi aus Maris Garten ernten und zum Abendbrot reichen. Nie würde der gekaufte Kohlrabi so geehrt werden und genau diese Ehre, diese Achtung möchte ich meine Kinder spüren lassen. Man achtet die Lebensmittel doch viel mehr, wenn man selbst dafür verantwortlich war, es gehegt und gepflegt hat.
So ähnlich ist es dann auch bei Marmelade & Co., selbst wenn man die Früchte auf dem Markt gekauft hat. Es ist doch herrlich für die Kinder und uns, am Herd zu stehen, die Nasen in die Nähe der dampfenden Marmelade zu halten, diesen Duft einzuatmen und für immer in sich zu bewahren - nie vergisst man solche Düfte, oder?
Also ich erinnere mich genau, wie es in Omas Küche roch, als wir beide Holundergelee, Erdbeermarmelade, Zwetschgenmus und mehr eingekocht haben...
Und ich weiß auch noch wie schön es war, nach dem Abfüllen den Topf auszukratzen, bis er beinahe blitzeblank war, mein Gesicht dafür ganz rot und verschmiert. Ja, so war das.....ich erinnere mich auch wie es war, das Glas mit der selbstgemachten Marmelade zu öffen und im Winter dann an diese geschäftigen Tage im Sommer zurückzudenken...

Alle roten Früchte gehören für mich in die Johannizeit hinein, was wir nicht selbst im Garten ernten können, das kaufen wir auf dem Markt, im Bioladen oder pflücken frische Erdbeeren auf dem Feld in der Nähe. Das macht natürlich großen Spaß, vor allem, weil man nebenbei so viel naschen kann.
Schon im Mai haben wir dieses Jahr Marmelade gekocht, das werden wir auch im Juni weiter tun - das Einmachen in den Sommermonaten ist für Kinder ein unschätzbares Erlebnis. Man sollte ihnen das immer ermöglichen.

Rätsel:

schneeweiß erblüht`s,
schön rot erglüht`s,
schmeckt wunderfein,
was mag`s wohl sein?

ereebdrE

Kräuter und Früchte sammeln

wir kochen nun nicht nur nach und nach Früchte ein, wir sammeln im Garten und auf Spaziergängen jetzt auch immer wieder Kräuter und andere Früchte, die wir trocknen und dann als Tee für Herbst und Winter aufbewahren können:

in dieser Zeit sammeln und trocknen wir Holunderblüten, Melisse, Verbene, Himbeerblätter, Brennesselblätter, Lavendel, Rosenblütenblätter, Lindenblüten...
zu gegebener Zeit dann auch Ringelblumen, Thymian, Hagebutten, Holunderbeeren, getrocknete Äpfel, Orangenschalen...

Bis zum Herbst wird eine bunte Mischung zusammenkommen, die wir dann im Winter sehr genießen werden. Meist ist dieser eigene Tee etwas ganz Besaonderes und wir kochen ihn nur, wenn jemand krank ist (wir gehen wirklich sparsam mit ihm um, damit er den Winter über hält und alle kranken einmal in den genuss kommen).
Meine kleine Tochter hat beim Sammeln der Lindenblüten schon gesagt, dass sie sich darauf freut, sich dann zu erkälten :0)

Auf Spaziergängen sind wir immer auch auf der Suche nach Johanniskraut, aus dem wir Johannisöl machen möchten - auch das können wir durch das Jahr hindurch immer mal wieder gut gebrauchen.

Allerlei feine Rezepte findest Du unten.

Johannifeuer

ein ordentliches Johannifeuer gehört für mich unbedingt zum Johannifest dazu. Seit wir uns bei "Waldorfs" bewegen, erleben wir das auf schönste Weise, ganz stimmig auf dem Wilhelmshof umgeben von idyllischer Natur, wir singen Johannilieder und genießen unser Beisammensein...
Ein so rießengroßes Feuer ist ein unglaubliches Erlebnis. Unser Johannifeuer war bisher immer mehrere Meter hoch. Unvergesslich immer wieder von neuem, wenn es sich zu Beginn laut entzündet und dann lange Zeit hoch dem Himmel entgegen lodert..."Flamme empor" singen wir dann.
Als meine Freundin Susanne noch da war (wir haben zusammen im Waldorfkindergarten gearbeitet) und wir mit ihr zusammen Johanni gefeiert haben, da gab es auch ein kleineres Kinder-Feuerchen, über das wir mutig nach altem Brauch gesprungen sind - das vergesse ich nie...vielleicht sollten wir das im Kindergarten wieder aufleben lassen?

Johanni-Haarkranz

Zum Johannifest binde ich für meine Kinder (manchmal auch für mich) jedes Jahr einen Blumenkranz. Eigentlich sind immer kleine Röschen aus dem Garten dabei. Wir haben 2 Rosenstöcke, Vatertag & Muttertag, die wirklich genau die passenden Röschen für Blumenkränze haben. Mit diesen, Efeu und anderen Blumen, die auf Feld und Wiese wachsen binde ich uns schöne Sommerkränze....
Auch die Jungen in unserem Waldorfkindergarten sind es gewöhnt, zum Johannifest ein Blumenkränzchen auf ihrem Haupt zu tragen. Es ist eine Selbstverständlichkeit und ein wunderbarer Brauch, der sich nun schon seit vielen Jahren bei uns hält.

Es ist gar nicht schwer, solche Kränze zu binden. Entweder man nimmt als Grundkranz einen geflochtenen Zopf aus Bast und bindet darauf die Blümchen oder aber, wie ich es auch oft gerne mache, man macht den Grundkranz aus einer langen Efeuranke, die man in der pass. Größe zum Kreis schließt, gut bindet und dann darauf die Blümchen usw. mit feinem Draht wickelt.
Hinten kann man z.B. auch feine Bänder anknpüfen, die herabhängen...
Schau mal, auf dem Bild links oben siehst Du die Blümchen, die wir dieses Jahr zusammen gesammelt haben auf unserem Esstisch (auf dem Bild rechts oben siehst Du meine kleine Tochter vor ein paar Jahren mit dem damaligen Kränzchen). Und auf dem Bild rechts unten, da siehst Du das fertige Kränzchen von diesem Jahr - Efeu, Röschen, Hortensien, Zaunwinde.....:0)


 

Rezepte

Johanniskrautöl

Johannikraut ist ein ganz besonderes Kraut, es kann nämlich glücklich machen :0)
Es sammelt und spreichert die Sonnenstrahlen des Sommers, was in Medikamenten (oder Tee) sogar bei (Winter)-Depressionen helfen kann, wenn unsere Seelen eben das schöne Sonnenlicht vermissen. In Form von Tee oder Öl können wir die "Sonnenstrahlen" in "dunklen" Zeiten also ein wenig zurückholen und verinnerlichen.

Wir sammeln einige Hände voll frische Johanniskrautblüte (am besten an einem sonnigen Tag um die Johannizeit herum), füllen die gelben Blüten in ein Glas mit weiter Öffnung (Baumwolltuch als Deckel) und übergießen diese mit Olivenöl. Jeden Tag sollte man das Glas ein wenig schütteln. An der Sonne auf der Fensterbank (gut für die Kinder zu beobachten) steht das Öl dann einige Wochen lang, bis die Sonnenkraft dem Johanniskraut seine Farbe und Wirkstoffe entzogen hat und es richtig schön rot geworden ist.
Am Ende werden die Blüten durch ein Mulltuch gesiebt und das Öl in einem Glas mit Deckel dunkel gelagert (z.B. im Kühlschrank).

Johanniskrautöl wirkt u.a. entzündungshemmend und wundheilend, besonders bei Brandwunden (Sonnenbrand), Verstauchungen und Prellungen (bitte nur bei Wunden anwenden, die NICHT offen sind und nicht mit eingeölter Haut in die Sonne gehen - das könnte Hautverfärbungen geben!!!).
Wie gesagt, auch die Sonnenstrahlen sind auf ihre besondere Weise im Johanniöl enthalten und erhellen gewiss ein wenig unsere Seelen in "dunklen" Zeiten. Eine kleine Massage schenkt nicht nur Wohlbefinden, Zeit und Liebe, sondern auch Glück, Sonne, Wärme, Licht....


Rosengelee

...aus englischen Duftrosen á la Michèle.

1 großer Korb/Topf voll Rosenblüten von Duftrosen (am besten rot oder rosa und unbedingt unbehandelt)
1 l Wasser
1 Packung Apfelpektin* (für 1 Liter Flüssigkeit/1 kg Früchte…)*
ca. 350 g Zucker
evtl. 1-2 Tropfen echtes Rosenöl (z.B. Primavera) - nur falls die Rosen nicht genug Eigenduft haben
einige beiseite gelegte rote oder rosa Rosenblätter



Rosenblüten bei Bedarf kurz waschen und evtl. den unteren weißen Teil der Blüten abschneiden
(dieser enthält oft Bitterstoffe, das Gelee könnte auch leicht bitter werden).
Die Rosenblüten in 1 Liter kaltem Wasser ca. 1 Stunde einweichen (Deckel drauf), dann aufkochen (auch mit Deckel, damit der Rosenduft nicht "verduftet").
Wenn das Ganze siedet nach ca. 5 Minuten von der Kochstelle nehmen und die Rosenblüten abseihen.
Dieses (manchmal bläulich wirkende) Rosenwasser dann wieder auf den Herd, das Pektin und den Zucker beifügen und wieder kurz aufkochen lassen. Dann eine gute Handvoll schöne und saubere Rosenblüten einstreuen, kurz aufkochen (evtl. jetzt das Rosenöl beifügen) und schnell in heiße Gläser füllen - fertig :0)

*ich nehme immer Pektin - das gibt es meist ganz ohne etwas im Bioladen oder auch im Reformhaus. In manchen Geschäften gibt es auch Pektin, das bereits mit Zucker vermischt ist: Super-Gelier-Zucker von Dr. Oetker z.B.. Das geht natürlich auch und ist einfacher. Meist sind es Packungen für genau 1 l Flüssigkeit

Am besten schmeckt das Rosengelee (leider) auf hellem Brot oder frischen Brötchen.
Auf der Butter sieht man dann die zart-rosa Farbe ganz hübsch!


Birne-Rosengelee
eine Variation des Rosengelees von oben und mindestens genauso fein

Rosenblüten von Duftrosen (am besten rot oder rosa und unbedingt unbehandelt) - ich habe ca. 15 Rosenblüten gepflückt
0,5 l Wasser
0,5 l Birnensaft (kann auch etwas mehr sein, dann entsprechend weniger Wasser, sodass es wieder 1 l insgesamt ergibt)
1 Packung Apfelpektin* (für 1 Liter Flüssigkeit/1 kg Früchte…)*
ca. 350 g Zucker
(evtl. 1-2 Tropfen echtes!!! Rosenöl (z.B. Primavera) - nur falls die Rosen nicht genug Eigenduft haben)
einige beiseite gelegte rote oder rosa Rosenblätter

Rosenblüten bei Bedarf kurz waschen (ich schüttle sie nur gut aus) und den unteren weißen Teil der Blüten abschneiden
(dieser enthält oft Bitterstoffe, das Gelee könnte auch leicht bitter werden).
Die Rosenblüten in der Flüssigkeit ca. 1/2 einweichen (Deckel drauf), dann aufkochen (auch mit Deckel, damit der Rosenduft nicht "verduftet").
Wenn das Ganze siedet nach ca. 5 Minuten von der Kochstelle nehmen und die Rosenblüten noch ca. 1/2 Stunde ziehen lassen, dann abseihen.
Dieses Birnen-Rosenwasser dann wieder auf den Herd stellen, das Pektin und den Zucker beifügen und wieder kurz aufkochen lassen. Dann eine gute Handvoll schöne und saubere Rosenblüten einstreuen, einige Minuten leise köcheln lassen (evtl. jetzt das Rosenöl beifügen, nur wenn nötig) und schnell in heiße Gläser füllen - fertig :0)

*ich nehme immer Pektin - das gibt es meist ganz ohne etwas im Bioladen oder auch im Reformhaus. In manchen Geschäften gibt es auch Pektin, das bereits mit Zucker vermischt ist: Super-Gelier-Zucker von Dr. Oetker z.B.. Das geht natürlich auch und ist einfacher. Meist sind es Packungen für genau 1 l Flüssigkeit

Am besten schmeckt das Rosengelee (leider) auf hellem Brot oder frischen Brötchen.
Auf der Butter sieht man dann die zart-rosa Farbe ganz hübsch! Schau nur auf dem Bild, ich bin jedes Mal wieder begeistert, wie herrlich rot das Gelee von den Rosenblüten wird.


Rosensirup

 


















Rezept folgt irgendwann...



Rosenzucker

das ist etwas ganz, ganz Feines. Wir sammeln im Garten (oder anderswo), an einem sonnigen Morgen frische und sehr duftende (unbedingt ungespritzte) Rosenblütenblätter. Diese legen wir für einige Tage in ein luftiges Körbchen zum trocknen.
Wenn die Blütenblätter gut getrocknet sind, zerreiben wir sie im Mörser ganz, ganz fein. Es geht leichter, wenn man am Ende schon ein wenig Zucker zu den Blütenblättern gibt und dann beides gemeinsam zerreibt. Natürlich geht es auch mit einer "Moulinette" o.ä. Hier gibt man die getrockneten Rosenblüten zusammen mit Zucker hinein (so viel Rosenblütenblätter, dass der Zucker schön rosa wird) und verarbeitet gleich beides in Windeseile. Von Hand macht es Kindern aber viel mehr Freude!
Ist es fein genug zerrieben, so mischt man es mit mehr Zucker und füllt alles in ein schönes Glas.
Rosenzucker verfeinert z.B. Schlagsahe oder macht frische Erdbeeren zu einem himmlischen Genuss....
Es sieht auch zuckersüß aus, wenn man den Rosenzucker in ein hübsches Glas füllt, wie auch bei Marmelade, den Deckel mit einem (Rosen)-Stoff schmückt und so ins Küchenregal stellt - oder verschenkt....


Rosenlikör für große Leut`

Zutaten:
Blütenblätter von 15 Duftrosen (unbedingt ungespritzt)
3/4 l weißen Rum
150 g Kandiszucker (weiß oder braun)
1/2 Vanillestange

Zubereitung:
Die Blütenblätter vorsichtig waschen und abtropfen lassen.
Die Rosenblätter, den Kandiszucker, die Vanillestange und den weißen Rum in ein verschließbares Gefäß geben und an einen warmen Ort stellen.
Nach ungefähr 3 Wochen die Rosenblätter abseihen,
in eine saubere und hübsche Flasche abfüllen - und verschenken (oder behalten?).

Tip: Anstelle von Rum kann man auch einen klaren Korn verwenden.



Familientee

wir sammeln wie gesagt der Reihe nach, was wir draußen an Teekräutern und -früchten finden:
Holunderblüten, Himbeerblätter, Johannisbeeren, Rosenblütenblätter, Lavendel, Melisse, Malve....Holunderbeeren, Hagebutten - es bietet sich nach und nach eine wunderbare Vielfalt.
Alle gesammleten Kräuter und Früchte werden sorgfältig getrocknet, danach evtl. zerkleinert und am Ende gemischt und in luftdichte Gläser oder Dosen gefüllt.
Jedes Jahr wird der Tee wohl ein wenig anders schmecken - je nachdem, was sich findet, je nach Mengenverhältnis der untersch. Kräuter und Früchte - jedes Jahr ein Überraschungstee.
Kindern macht es ganz viel Freude und sie können, wie oftmals auch wir, viel dabei lernen. Ich habe mir vor vielen Jahren einmal ein Bestimmungsbuch gekauft, das wir beim Sammeln immer gut gebrauchen können und viel über die Pflanzenwelt erfahren können.
Meine Tochter Madeleine ist gerade dabei, begleitend dazu ein eigenes Herbarium anzulegen. Man staunt, was man mit der Zeit alles an Wissen ansammelt.

Hin und wieder machen wir uns aber auch einen Tee aus ganz frisch gesammelten Kräutern und Blüten. Magst Du mal in unsere Teekanne blicken? Vielleicht kannst Du den Duft ein wenig erahnen, der uns in die Nasen steigt...schau mal auf dem Bild am rechten Rand. Siehst das nicht herrlich aus?
Hier sind Malvenblüten, Rosenblüten, Melissenblätter, Verbene, Salbei (wenig), Lindenblüten und Lavendelblüten vereint.

Auch auf dem Wilhelmshof (Waldorfkindergarten-Schulkindertag, siehe auch in der Rubrik "über mich") sammle ich am frühen Morgen, meist noch bevor die Kinder kommen, Kräuter und Blüten der Saison für unseren Frühstückstee. Jede Woche ergibt sich eine andere Mischung und alle freuen sich schon auf den sinnlichen Duft und Geschmack


Apfel-Holunder-Gelee

Unser Holunderbaum vor dem Haus (er ist rießig) war schon beinahe abgeblüht (die ersten Blüten haben wir für Holunder-Pfannkuchen verwendet), nur noch weiter oben waren frische Holunderblüten zu finden. Ich habe mich gar nicht hoch getraut auf dieser alten Leiter. Mein Mann war mir dann behilflich und freute sich so sehr an meinem Blümchenanblick, dass er mich von der Leiter herab immerzu anlächelte - mein Haar war voll mit weißen Holunderblüten und das sah in der Tat eigentlich ganz hübsch aus, wie ich später im Spiegel sehen konnte :0)

Jedenfalls haben wir einige Dolden gesammelt (man benötigt mind. 10, besser etwas mehr für 1 l Flüssigkeit). An Holunderbüsche kommt man auch bei Spaziergängen vorbei, allerdings sollte man darauf achten, dass diese nicht an viel befahrenen Straßen stehen. Gewiss nimmt es einem niemand übel, wenn man in Wald und Flur ein wenig sammeln geht...
Die Dolden schüttle ich gut aus, damit sich kein Tierlein mehr drinnen versteckt hält und lege sie dann, wie auf dem Bild rechts, in einen Topf mit 1 l gutem Apfelsaft (ich kaufe diesen im Bioladen, naturtrüb und am Besten von Streuobstwiesen, kein Konzentrat, lieber Direktsaft!!!).
Der Topf wird nun mit einem Deckel verschlossen und sollte kühl (Kühlschrank, Keller...) mindestens über Nacht, besser noch rund 24 Stunden ziehen dürfen.
Immer wieder musste ich den Deckel lupfen, um den herrlichen Duft einzuatmen. Es ist eine Wonne und erinnert mich sehr an meine Kindheit und an Omas Küche in der Holunderzeit zurück (und genau solche Erinnerungen möchte ich auch meinen Kindern schenken. Das ist mir sehr wichtig).
Mein Mann schmunzelte schon, weil er mich immer wieder über dem Topf fand...
Nachdem alles gut durchziehen konnte wird der nach Holunderblüten duftende Apfelsaft abgesiebt und in einen sauberen Topf umgefüllt.
Zum Saft (1l) kommen 350 g Zucker und eine Packung Konfigel (alternativ, wie beim Rosengelee, kann man auch Super-Gelier-Zucker von Dr. Oetker verwenden, da ist schon alles drinnen, was man benötigt).
Alles gut verrühren und ca. 3 Minuten köcheln lassen.
Noch heiß in saubere, heiß ausgespülte Gläser füllen und feritg ist das feine Apfel-Holunder-Gelee :0)

selbstgebackene Brötchen - Grundrezept

ca. 500-700 g Mehl
1/2 - 1 Würfel Hefe (man kann auch einen ganzen Würfel nehmen, alternativ 1 Pc. Trockenhefe)
etwas Salz
2 Eßl. Magerquark
Wasser nach bedarf

Meine Kinder freuen sich sehr, wenn wir zu Hause Brötchen backen. Schön ist es, wenn es dafür einen festen Tag gibt, zum Beispiel immer Samstags. Unsere Kinder sagen dann immer "Brötchentag".

Ich mahle das Mehl für unsere Brötchen mit unserer Getreidemühle ganz frisch, meist aus Dinkelgetreide.
Hin und wieder mische ich dazu etwas helles Mehl.

Nach dem Mahlen des Getreides (man kann natürlich auch gekauftes Mehl verwenden) gebe ich in ein Glas ein wenig handwarmes Wasser und löse darin ca. 1/2 (- 1) Würfel frische Hefe auf (alt. 1 Pck. Trockenhefe).
Nun gebe ich ca. 500 - 700 g Mehl in eine Schüssel, mache eine Mulde in der Mitte und gebe die Wasser-Hefe-Mischung in die Mulde hinein. Mit einem Löffel rühre ich diese Mischung mit ein wenig Mehl von außen sachte um und decke die Schüssel dann für ca. 10 Minuten zu. Der Vorteig geht nun....

Auf das Mehl gebe ich nun etwas Salz - je nach Geschmack (nicht zu viel), auch den Quarkt und verrühre alles mit dem Knethaken oder besser noch mit der Hand.
Dazu kommt nach und nach lauwarmes Wasser, sodass am Ende ein etwas fester Teig entsteht, der nach einer Weile kaum noch an den Händen kleben bleibt (ein bisschen klebrig darf er noch sein).

Nun streue ich etwas Mehl über den Teig und decke die Schüssel mit einem Geschirrtuch ab. der Hefeteig sollte an einem dunklen und warmen Ort ca. 1 Stunde gehen.

Ist der Teig auf ca. das doppelte angewachsen, so gebe ich noch etwas Mehl dazu (dass er nicht mehr an den Händen klebt) und knete das Ganze noch einmal gut durch.
Meine Kinder machen das meist ganz alleine, darauf freuen sie sich immer schon. Je nachdem, wie viele Kinder mithelfen, teile ich den Teig in eben so viele Stücke auf, damit jeder zufrieden ist.

Jetzt wird der Teig in viele gleichgroße "Bällchen" geteilt, die ich in Mehl wende, damit sie beim Backen nicht aneinander kleben.
Aus diesen kleinen Teigbällchen formen wir nun die Brötchen, recht flach gedrückt, denn sie gehen im Backofen doch sehr in die Höhe.
Bevor sie in den Backofen kommen evtl. noch einmal mit Mehl bestäuben.
Nach einer kleinen Ruhephase unter dem Geschirrtuch kommen die Brötchen in den Backofen auf die mittl. Schiene bei ca. 200 °C. Sie bleiben so lange im Backofen, bis sie bräunlich werden. Ich prüfe immer so, ob sie fertig sind:
ein Brötchen aus dem Backofen herausnehmen und auf die Unterseite klopfen. Hört es sich hohl an, sind sie fertig und können zum Abkühlen in ein Körbchen gelegt werden. Natürlich schmecken sie am Besten ganz frisch, wenn sie noch ein wenig warm sind.
Hmmmmmmm...mit Butter und frischen Kräutern darauf :0)


Kräuterbrötchen

Kräuterbrötchen machen wir wie oben, nur geben wir in den Teig (direkt ins trockene Mehl!) frische, kleingehackte Kräuter. Alternativ kann man auch getrocknete nehmen, aber frische schmecken eindeutig besser.
Wir nehmen ganz unterschiedliche Kräuter, je nachdem, was im Garten wächst oder was man auf dem Markt (der Jahreszeit entsprechend) bekommt:
z.B. Schnittlauch, Petersilie, Pimpinelle, ein klein wenig Salbei ist fein, auch (Zitronen-)Thymian, etwas Verbene und/oder Melisse, 1-2 Blättchen Pfefferminze, Borretsch, sogar Lavendel schmeckt köstlich...
Man kann wirklich einmal ausprobieren, was noch passt und mundet. Wir sind hierbei sehr mutig und verwenden auch ungewöhnliche Kräuter, wie Du hier lesen kannst.
All diese Kräuter werden entweder kleingeschnitten oder -gewiegt - das macht Maris gerne mit seinem Wiegemesser, das er zum Geburtstag bekommen hat - und dann wie gesagt zum Mehl gegeben und gut vermischt.
Weiter wie oben beschrieben...


Rosenbrötchen

Rosenbrötchen sind etwas gaaanz feines, wirklich. Ich habe diese, wie auch die Kräuterbrötchen, bei uns im Kindergarten auf dem Wilhelmshof eingeführt und alle sind begeistert.
Statt der Kräuter sammle ich eine Handvoll roséfarbener und/oder roter Rosenblütenblätter und schneide sie ebenso klein wie die Kräuter beim oberen Rezept.
Die Blütenblätter werden nun zum Mehl gegeben - weiter wie oben beschrieben.

Auch eine Mischung aus beidem - Rüsenblütenblätter und Kräuter - ergibt wahre eine Sinnesfreude. Neben dem wunderbaren Geschmackserlebnis wird auch das Auge verwöhnt. Das Grün der Kräuter und das Rot der Rosen im Brötchen sieht sehr schön aus.

Aus demselben Teig lässt sich auch wunderbar Stocbrot* damit zubereiten - über dem Feuer gebacken, köstlich...
* den Teig einfach am oberen Ende um einen langen Ast wickeln und übers Feuer halten, bis es gar ist

***

Maris`Kindergärtchen-Tagebuch im Juni

Kindergärtchen-Tagebuch am 9. Juni 2007:

oh - in Maris Gärtchen hat sich die letzte Zeit viel getan. Jeden Tag sammeln die beiden Kleinen Erdbeerchen und manchmal bekommen auch wir Großen etwas ab. Wir haben Glück, die Pflanzen tragen nach und nach süße Früchte, so haben die Kinder nun schon einige Wochen eine große Freude beim Naschen im Garten. Naja, wir müssen alles auch teilen - mit den vielen Schnecken, die sich nach wie vor sehr wohl bei uns fühlen.
Auch Ameisen sind zahlreich im Garten zu finden. So ist das wohl, wenn man kein Gift verwenden möchte, um unliebsame Gäste zu vertreiben. Es bleibt einem nichts anderes übrig, als mit den Tierchen zu teilen, auch wenn es schwer fällt. Sogar die Kohlrabi haben sie sich bei uns schmecken lassen.
Die noch essbaren haben wir nun allesamt geerntet und zum Abendbrot genossen. Es war ein schönes Gefühl die Kinder zu beobachten, wie wertschätzend sie ihr eigenes Gemüse betrachtet haben. Selbst wenn das Gärtchen klein ist, so tragen doch auch diese Erlebnisse Früchte anderer Art....

Katrin, eine Puppenwiegen-Besucherin, riet mir übrigens davon ab, Bierfallen gegen die Schneckenplage aufzustellen, weil man damit wohl die Schnecken erst recht anlockt (danke liebe Katrin).
Nun sammeln wir sie einfach ein, so gut es eben geht (wie Katrin :0), und legen sie an einen Platz weit entfernt vom Kinderbeet (lassen sie aber schon leben. Ich könnte sie nicht...).
Auch die Ameisen, die überall sehr eifrig und geschäftig zu sehen sind, scheinen für Maris hochinteressant zu sein, genau wie die vielen Regenwürmer, über die wir uns sehr freuen. Maris weiß, dass sie die Erde locker machen und uns dabei helfen, es den Pflanzen gutgehen zu lassen.
So haben wir einfach einen kleinen Garten mit Naturzoo und freuen usn, wenn all die Tierlein uns ein wenig übrig lassen:0)

Die Tomaten haben seit einiger Zeit schon Blüten, wie Du auf dem Bild sehen kannst. Ich habe Maris erzählt, dass aus diesen einmal Tomaten werden. Ich denke, wir können das hier sehr gut beobachten. Wenn man gut hinschaut, so sieht man jetzt schon hier und da ganz kleine Tomätchen.

Bei den Erbsen konnte mein kleiner Sohn es schon beobachten: auch sie haben Blüten und daneben sogar schon die ersten Schoten, wie Du auf dem Bild sehen kannst. Wenn man genau hinschaut, so sieht man drinnen verborgen winzig kleine Erbschen...
Den Erbsenpflanzen haben die Schnecken wirklich sehr zugesetzt. Sie haben sie zum Teil fast kahl gefressen. Da wundert es mich doch, dass sie dennoch Blüten und Früchte tragen.
Eigentlich stand auf der Samenpackung, dass diese Sorte keine Rankhilfe benötigt. Wir hatten allerdings den Eindruck, dass ihnen ein wenig Halt gut täte. So haben wir heute mit Stöcken und Schnur eine Rankhilfe gebaut.

Wie Du weißt haben wir ja den ganzen Kohlrabi nun geerntet. Es ist nun in der Mitte des Beetes ein Plätzchen frei.
Ein paar Tage überlegten wir, was wir hier nun einpflanzen könnten.
Beim Kochen von Kartoffeln fiel uns auf, dass einige schon Triebe haben - ja, da wusste ich, was ich mit Maris als nächstes tun könnte.
Heute haben wir Kartoffeln gesteckt. Ich habe Maris erzählt, dass wir viele Kartoffeln bekommen, wenn wir diese in die Erde stecken und hegen und pfelgen, wie die anderen Pflanzen ebenso.
Auf beide Seiten des Gärtchens hat Maris mit mir zusammen nun jeweils 3 Kartoffeln gesetzt, mit Erde zugedeckt und vom Regen, der im Anschluss daran auf das Beet niederprasselte, gießen lassen. Nun sind wir aber gespannt, wie viele Kartoffeln aus 6 Kartoffeln einmal werden können...das wird spannend.

Erinnerst Du Dich noch an die Sonnenblume in Maris`Gärtchen`?
Am 4. Mai war die Sonnenblume noch ganz winzig, am 14. Mai schon etwas größer, aber dennoch kleiner als Maris, wie Du sehen kannst.
Nun ist beinahe ein Monat vergangen und in dieser Zeit ist die Sonnenblume so sehr gewachsen, dass Maris schon zu ihr hinaufsehen muss.

Ja, so ist das mit Maris Gärtchen und ich weiß auch schon, dass es bei vielen Puppenwiegen-Gästen grünt und blüht.
Schön, wenn ich doch so vielen einen kleinen Anstoß geben konnte, auch denen, die keinen Garten haben und nun dafür bei sich zu Hause auf der Fensterbank kleine grüne Wunder erleben, wie z.B. Tanja mit Joshua:
bei den beiden wachsen nun auf der Fensterbank Bohnen und Joshua kann dabei zusehen, wie sie jeden Tag länger werden. Auch Apfelkerne haben die zwei eingepflanzt und warten nun, was daraus einmal wird...Danke liebe Tanja für deine schöne Erzählung :0)
Auch von Tomatenpflanzen weiß ich, die in einem Topf auf dem Balkon prächtig gedeihen, Alexandra hat es mir berichtet und sich gefreut, dass sie es einfach mal ausprobiert hat...so gibt es einige Geschichten

Kindergärtchen-Tagebuch am 21. Juni 2007:

nach vielen Tagen mit schönem Sonnenschein regnet es nun unaufhörlich. Wir brauchen wohl ein Weilchen nicht mehr gießen. Der Sonnenschein und nun der Regen tut dem Gärtchen wohl sehr gut.
Die Sonnenblume ist nun mindestens schon so groß wie ich (ich bin 1,62 m). Maris mit seinem knappen Meter überragt sie nun sehr, wie man sieht, "sie wächst bis zum Himmel", meint er und schaut nach oben. Ja, das könnte sein.
Der andauernde Regen lockt unsere "Freunde" an, die Schnecken. Sie kommen in Heerscharen herbei, Maris Gärtchen muss eine wahre Festtafel für sie sein.
Magst Du mal sehen, wo wir sie heute Morgen gefunden haben? Ich dachte, ich sehe nicht recht. Maris staunte auch: einige Schnecken wollten beim Festmahl wohl die Aussicht genießen und sind auf die rießengroße Sonnenblume hinaufgeklettert. Auf ihrem Weg nach oben haben sie der Reihe nach alle unteren Blätter beinahe aufgegessen.
2 Nacktschnecken haben wir auf frischer Tat ertappt, direkt auf der Blüte oben, die doch erst seit gestern geöffnet ist.
Andere Schnecken hiegen noch an Blättern etwas weiter unten. Auf einem Blätter fanden wir etwas, über das wir doch lachen mussten - eine Weinbergschnecke labt sich gerade an einem feinen Blatt, fest umschlungen von einer Nacktschnecke (siehe Bild oben rechts). Das Gewicht schien etwas schwer zu sein, denn die Weinbergschnekce verlor fast ihr Häuschen - so sah es zumindest aus. Wir haben sie dann natürlich gerettet. Maris nahm die Weinbergschnecke und setzte sie behutsam ins Gras.


Mein Mann meint, dass die Sonnenblume ganz schön viel Nahrung aus der Erde zieht, die Tomaten stehen direkt daneben. Da müssen wir fleißig düngen. Haben wir auch gemacht - also keine Sorge. Maris und ich denken an (fast) alles. Wir haben doch die gute, selbstgemachte Brennessel-Jauche. Die stinkt fürchterlich (unsere armen Nachbarn ;0), Maris scheut sich aber nicht davor, die "duftende" Brühe den Tomaten an "die Füße" zu gießen. Ich denke, sie danken es uns, indem sie uns schon tolle Früchte zeigen. An einem Strauch hängen nun dicke, feste und grüne Tomaten. Maris freut sich schon sehr und kann es kaum erwarten.
Die drei anderen Tomatenstöcke sind wesentlich kleiner, als die früchtetragende. Sie haben aber auch viele Blüten...vielleicht ist es eine andere Sorte? Wir werden sehen. Die Früchte werden es uns schon verraten. Kräftig sind die Pflanzen aber alle, sie haben ganz dicke Stängel. Wenn man sich daran zurück erinnert, wie klein sie am Anfang waren. Es ist wirklich schön, das zu beobachten und mit all den Bilder fällt es auch Maris leicht, das nochmal zu vergleichen.



Die erste Erbse hat Maris vor 2 Tagen schon geerntet und vernascht. Es war seine erste rohe Erbse, die er gegessen hatte. Maris war etwas skeptisch...Du weißt ja vielleicht, wenn Du das Kindergärtchen-Tagebuch verfolgt hast, wie sehr ich rohe Erbsen aus Omas Garten liebte, als ich klein war...
Maris scheint das nicht so zu gehen. Seine Freude beim Kosten war etwas verhalten. Vielleicht kommt er ja noch auf den Gechmack. Wenn nicht, dann freuen sich seine Geschwister, die mögen rohe Erbschen nämlich gerne (und ich erst :0)
Satt werden wir aber sicher nicht, denn die Schnecken haben fast die ganzen Pflanzen angefressen, bzw. aufgefressen. Es wundert, dass sie dennoch ein paar Früchte tragen, auch ein paar neue Blüten sind am Kommen. Aber die Pflanzen selbst sehen wirklich sehr kümmerlich und ärmlich aus ....


Vor knapp 2 Wochen haben wir Kartoffeln gesteckt, erinnerst Du Dich noch? Maris hat 6 Kartoffeln in die Erde gelegt, vor wenigen Tagen haben wir die ersten grünen Spitzen aus der Erde lugen sehen.
Wir haben beobachtet, wie zuvor die Erde förmlich aufgebrochen ist. Wir dachten zuerst die Erde wäre trocken, aber das konnte kaum sein. Die Erde war an mehreren Stellen richtig aufgeplatzt. Einen Tag später sahen wir dann das Grün der Kartoffelpflänzchen, einen Tag darauf schon richtig feste Pflänzchen aus der Erde schauen und heute erkennt man ganz genau, dass es Kartoffelpflanzen sind. Alle 6 Kartoffeln zeigen nun ihr Blattwerk. Ob das den Schnecken auch schmeckt? Wir hoffen nicht, das wäre schade.


Maris`Sonnenblume am 4. Mai, am 14. Mai, am 9. Juni und am 20. Juni - so schnell wächst eine Sonnenblume

im Juli geht es weiter im Kindergärtchen-Tagebuch