aktualisiert am 25. Juni 2007
Juni
Johanni- Erdbeer- und Rosenzeit  (Aquarell
"Schneeweißchen und Rosenrot", gemalt von Madeleine im Juni 2007)
***
Erdbeerlein Lina  (2006)
*** Rose Von
allen Blumen, die bekannt, ist sie die schönste hier im Land. Wird
Königin sogar genannt. Was soll ich nur für Worte wählen, von
ihrer Schönheit zu erzählen? Die Rosenknospen
öffnen sich, Ein Weiß, wahrhaftig königlich, entfaltet sich. Auch
gelb. Und immer loht das wunderschöne Rosenrot. Und
wenn sie blüht, schwebt in der Luft ein ganz geheimnisvoller Duft. Wir
Elfenkinder lieben sie, denn Elfen sticht die Rose nie Dieses
Gedicht ist das Lieblings-Rosengedicht meiner Tochter Madeleine. Ich bekomme es
immer mal wieder von ihr aufgeschrieben - zum Geburtstag, zum Muttertag....und
nun steht es hier im Jahresreigen für Dich. Es stammt von C. M. Barker
und wurde übersetzt von E. Stiemert *** hier
und da fehlt noch etwas für den Jahresreigen Juni - Bilder, Texte, Rezepte.. ...aber
der Anfang ist gemacht: Im
Juni feiert die Natur Hochzeit. Ja, so kann man das denke ich sagen. Man glaubt
es kaum, wie verschwenderisch die Natur sich zeigen kann, alles grünt und
blüht so üppig, dass es das Herz erfreut.
Prächtige
Farben schenkt uns die Natur, Düfte, nach und nach Früchte, ein wahres
Feuerwerk. Man hat das Gefühl, die Natur verausgabt sich jetzt völlig,
bevor sie dann nach und nach wieder in sich kehrt - einmal noch im Herbst gibt
sie ihr Letztes, schenkt uns noch einmal Früchte und kräftige Farben,
dann aber zieht sie sich zurück und wie Menschen ebenso...
Nun aber
ist erst einmal Hochzeitsstimmung und das sollten wir jeden Tag, wie unsere Kinder
es meist tun, genießen. Die Menschen sollten nicht nur Früchte und
dergleichen als Vorrat für den langen Winter sammeln und ernten, auch Sonnenstrahlen
in unseren Herzen, Freude, Lebenslust, all diese Seligkeitsdinge sollten wir jetzt
förmlich in uns aufsaugen und ein wenig als Vorrat bewahren wie die kleine
Maus Frederik in der Geschichte von Leo Lionni. Ich erinnere mcih gerade an diese
Geschichte, es ist lange Zeit her, dass ich das Buch einmal im Kindergarten angeschaut
habe...
Der Juni ist für mich ein richtiger Rosenmonat - nun ist
doch wirklich Hochzeit - Rosenhochzeit, hm? Überall im Garten blühen
sie nun um die Wette. Wir haben viele Rosenstöcke in unserem Gärtchen
rund um das Haus gepflanzt. Die ein oder andere Rose wuchs auch schon hier, bevor
wir einzogen und hat sicherlich ehemalige Bewohner ebenso erfreut...
Mein
Mann und ich schenken uns einander gerne Rosenstöcke für den Garten
- eine Rose, die am Rosenbogen wächst hat mir mein Mann vor vielen Jahren
einmal zum Muttertag geschenkt (samt Rosenbogen), die Rose auf der Seite gegenüber
habe ich später zu einem meiner Geburtstage bekommen :0)
 Meist
sind es englische Duftrosen oder alte Rosensorten, die in unserem Garten blühen.
Ich habe diese deshalb so gerne, weil ich mich nicht nur an ihren Blüten
und am feinen Duft im Garten erfreuen kann, sondern diesen auch "einfange".
Ich mache daraus Rosengelee, Rosensirup, Rosenlikör und andere kostbare Dinge
wie Rosenduftkissen, Rosenzucker usw. Meine Kinder haben sich von meiner Rosenliebe
bereits anstecken lassen und so haben wir alle viel Freude an ihnen. Rosen
sind richtige Heilpflanzen, wusstest Du das? Zu gegebener Zeit aber mehr dazu.... Rosen
begleiten mich seit langer Zeit schon, die Rose ist meine Herzensblume. Du findest
sie bei mir zu Hause nicht nur in Form von Rosenstöcken im Garten, sondern
auch auf vielen schönen Stoffen, aus denen ich schöne Puppenkleidchen
und Kinderkleider nähe, ich mache daraus Kissen, Gardinen, Stoffkörbchen
und, und, und. Das Geschirr, mit dem ich am Morgen unseren Tisch decke ist
mit Rosen verziert, die Seife, mit der wir unsere Hände waschen duftet nach
Rosen, in meinen Schränken durftes es meist nach Rose, meine Nähnadeln
stecken auf einer von mir gefilzten Rosenblüte, meine Handtasche ziert eine
Rose, sonntags ist der Tisch im Sommer oft mit Rosenblütenblättern und
Efeuranken geschmückt, unsere Eingangstüre erstrahlt in rosenrot, ich
stricke nur mit Rosenholzstricknadeln, ich mag Rosenbücher jeglicher Art,
natürlich auch -gedichte, meine Lieblingsfarbe ist rosé, wie man unschwer
hier überall erkennen kann und meine Kinder kamen von Rosenduft umgeben auf
diese Welt.....ach, ich könnte hier Bände füllen.
 Vor
vielen Jahren, als ich in unserem Waldorfkindergarten zusammen mit meiner Freundin
gearbeitet habe, verbrachten wir beide den Tag mit 18 Kindern zusammen in der
Rosengruppe. Aus dieser Zeit blieben mir viele, viele schöne Erinnerungen
- meine Freundin Susanne und ich teilten unsere Rosenliebe sehr miteinander -
damals entstand mein Rosengelee...(Susanne zog um nach Berlin und meine 2 kleineren
Kinder gehörten später in die Veilchengruppe unseres Waldorfkindergartens).
Da
fällt mir eben noch eine kleine Rosengeschichte ein. Mein Mann hat mich einmal
mit einer ganz süßen Rosenidee überrascht, soll ich sie Dir mal
verraten? An einem meiner Geburtstage lag ich etwas müde auf dem Sofa
und schlummerte ein wenig vor mich hin,
als mich etwas Weiches sachte aufweckte - mein Mann stand vor mir mit einem Korb
voll gepflückter Rosenblätter aus dem Garten und ließ sie allesamt
auf mich niederregnen - war das ein schönes Gefühl, ein sanfter Duft
um mich herum und ein wundervoller Anblick. Also das ist unbedingt nachahmenswert.
Solche Augenblicke vergisst man doch in seinem Leben nie - das sind wirkliche
Herzenserinnerungen.... Man kann sich ganz ohne Worte so viel sagen :0)
Und
was ist der Höhepunkt einer jeden (Rosen-)Liebe???
...eine
Rosenhochzeit Es war immer ein großer Traum von mir,
eine richtige Märchen-Rosenhochzeit zu feiern und genau diese feierte mein
Mann und ich
an einem Tag Anfang Juli vor einigen Jahren, zusammen mit der Taufe von Maxim
und Madeleine. Ich kann es nicht lassen, an dieser Stelle ein wenig davon zu
erzählen - mehr dazu aber bestimmt dann bei Rösleinrot.... Es
war ein wunderschöner Sonnentag, wir feierten nach der kirchlichen Trauung
& Taufe = Traufe auf einer idyllischen alten "Dornröschenburg"
in unserer Nähe, mitten zwischen Weinbergen, Wiesen und Feldern.... Rosen
waren überall zu finden - in Haarkränzen auf unseren Häuptern,
rund um und in unserer"Hochzeitskutsche", in der Kirche, auf dem Kopfsteinpflaster
vor der Kirche, auf den Tischen im Burgsaal - überall einfach. Es war ein
richtiges Rosenfest, wie ich es mir gewünscht habe. Aber nun
erst mal genug der Hochzeitsschwärmerei, weiter im Jahresreigen (aber wie
gesagt, bei Rösleinrot erzähle ich noch ein wenig mehr....)
Schafskälte
und Wollverarbeitung im Juni und danach....

um
den 11. Juni herum ist die Zeit der Schafskälte. Diesen Begriff kannte ich
zwar früher, aber dass es wirklich etwas damit auf sich hat, habe ich erst
bei meiner Arbeit im Waldorfkindergarten auf dem Wilhelmshof erfahren. Dort gibt
es ja 2 Schäfchen - Liese und Lotte und diese beiden werden wirklich erst
nach der Schafskälte geschoren, damit sie nicht frieren müssen, wenn
es in dieser sonst so warmen Zeit doch noch zu einem Kälteeinbruch kommt.
Und
es ist wirklich so, die Wahrscheinlichkeit ist nicht gerade klein, dass es noch
einmal kalt wird.
Wenn die Wilhelmshof-Schäfle dann erst geschoren
sind (auf dem Bild siehst Du die beiden fast nackigen Schäfle) und der Sommer
mit all seiner Kraft herbeizieht, dann allerdings bekommen Liese und Lotte oft
einen Sonnenbrand auf ihrer nackigen Haut ;0) Ja, das ist wirklich so, im
vorigen Jahr konnte ich das deutlich sehen. Sie haben dann ein Sonnendach bekommen
oder ziehen zurück in ihr schattiges Ställchen.
Nach der
Schur haben wir viel Arbeit - bei schönem Sonnenwetter waschen wir mit den
Kindern
zusammen draußen die Wolle und trocknen sie dann auch gleich im Garten (natürlich
auf einem rosa Tuch ;0) Das ist eine wunderschöne Arbeit. Den ganzen
Vormittag über sind wir emsig beschäftigt, die viele Wolle zu waschen
- man glaubt es kaum, wie viel Wolle auf so einem Schaf ist und was danach vom
Schäfle noch übrig bleibt - gar nicht so viel, wie man erkennen kann
:0)
Die saubere Wolle wird dann natürlich
von uns weiter verarbeitet - wir kardieren sie zunächst und färben sie
(wie auch Seide) zum Teil mit Pflanzenfarbstoffen aus der Natur.
Rechts
auf dem Bild siehst Du Maris, wie er mit Birkenblättern gefärbte Seide
wäscht...das machen wir dieses Jahr auch wieder zu Hause :0)
 Ja,
und dann möchten wir sie irgendwann auch mal Wolle spinnen....ich berichte
dann weiter.
Zu Hause lässt sich manch dieser Arbeit wohl bei nur
wenigen in dieser Form nachahmen - kaum jemand hat Schäfle zu Hause, die
einem Wolle schenken. Vielleicht kann man aber von einem Schäfer in
der Nähe etwas Wolle bekommen und diese mal zu Hause waschen und ein kleines
Zwergle damit füllen? Aber ein Versuch, Seide mit Pflanzenfarbstoffen
über die Sommermonate hinweg zu färben lohnt sich auch sehr
Buchtipps:
Wolle und Seide mit Naturstoffen färben und/oder Naturfarben
auf Wolle und Seide - Färben ohne giftige Zusätze, beide
unbedingt empfehlenswert, erprobt und geschrieben von Dorothea Fischer. Wir
arbeiten in unserem Waldorfkindergarten nach diesen Rezepten und freuen uns nach
den Farben gelb und grün im Sommer 2006 jetzt schon auf die neuen Farben
des Sommers 2007
Johannizeit Der
Juni ist auch der Johannimonat, ich freue mich jedes Jahr auf unsere Johannifeste
im Waldorfkindergarten oder in der Waldorfschule. Mir bedeuten diese Feste sehr
viel und ich bin dankbar, dass meine Kinder in einem so besonderen Rahmen die
Möglichkeit haben, so etwas Schönes erleben zu dürfen.
 Am
24. Juni ist Johannitag/Sommersonnwende - dieser Tag ist also ganz genau genau
gegenüber von Weihnachten. Die Natur steht nun in voller Blüte,
man erkennt es auf den ersten Blick. Grüner und üppiger wird es nun
nimmer.... Bald schon werden die Tage allmählich wieder kürzer. Das
kann man sich doch kaum vorstellen. Hast Du schon bemerkt, dass auch die Vögel
nach der Johannizeit am Morgen und am Abend immer stiller werden? Nach und nach
werden sie leiser und am Ende des Sommers hören wir sie schon bald gar nicht
mehr singen.... Der einzige Baum, der nun noch blüht ist die Linde. Alle
anderen Bäume hatten ihre Blütezeit bereits im Frühjahr, nur die
Linde blüht zur Sommerszeit, meist genau zu Johanni (außer dieses Jahr,
da war alles etwas früher...).
mucksmäuschenstille
Spaziergänge durch Wald und Flur Schön ist es,
wenn wir gerade jetzt mit den Kindern einmal ganz stille Spaziergänge machen,
an Wiesen und Feldern entlang, im Wald...ganz still sollten wir dabei sein und
lauschen, wie die Natur in dieser Zeit klingt. Bei größeren Kindern
kann man vielleicht sogar bei einem Waldspaziergang einmal die Augen verbinden,
das Kind an die Hand nehmen und dann dessen Sinne sich entfalten lassen. Oder
wir machen es mal umgekehrt - die Kinder führen uns durch den Wald mit seinen
Sommergeräuschen. Ich denke, das wird spannend und sehr erlebnisreich sein. Die
Gerüche draußen sind nun ganz intensiv, egal ob wir an einer frisch
gemähten Wiese vorbeikommen oder uns der starke Duft der Lindenblüten
in die Nase steigt - ein Fest für unsere Sinne. Und hat man nicht manchmal
das Gefühl, Bäume und Büsche singen zu hören? Natürlich
sind es nur die fleißigen Bienchen, die in großer Zahl emsig Nektar
sammeln. Zur Johannizeit gehören natürlich die
Johannisbeeren, die wir nun nach und nach ernten. Wir haben nicht gar so viele
im Garten, aber diese genießen wir dafür sehr (irgendwann sind es sicher
mehr). Wir essen unsere Träuble noch bei der Ernte sogleich auf.
Einmachzeit in
der Zeit, in der uns die Natur so reich mit Früchten beschenkt, ist auch
heute noch Einmachzeit. Ich denke nicht, dass dies nur in frühere Zeiten
gehört, als man wirklich für den Winter vorsorgen musste. Heutzutage
müssen wir nicht mehr für karge Zeiten vorsorgen, wir könnten rund
um das Jahr alles einkaufen, selbst Erdbeeren im Februar....
Dennoch
ist es gerade heute so wichtig, Kindern diese Erfahrungen mitzugeben. Es sind
elementarste Erlebnisse, die man ihnen nur auf diese Weise mitgeben kann. Meine
Kinder freuen sich so sehr über all diese selbstgemachten Schätze, die
wir nun in dieser schönen Jahreszeit mit viel Liebe machen. Marmelade,
Sirup, Gelee, Tee ...die kommenden Wochen und Monate nehmen wir uns noch einiges
mehr vor. All diese Tätigkeiten, die so unmittelbar mit der Jahreszeit und
der Natur zusammenhängen bieten den Kindern unschätzbare Erlebnisse.
Gekaufte Marmelade, Tee, Saft usw. ist längt nicht dasselbe. Wenn das ein
oder andere "Eigene" sich zu den Dingen dazugesellt, die wir im Laden
besorgen, so ist das etwas ganz Besonderes und Kostbares. Ich kann das z.B.
auf eindrückliche Weise erleben, wenn wir, wie gerade jetzt, den Kohlrabi
aus Maris Garten ernten und zum Abendbrot reichen. Nie würde der gekaufte
Kohlrabi so geehrt werden und genau diese Ehre, diese Achtung möchte ich
meine Kinder spüren lassen. Man achtet die Lebensmittel doch viel mehr, wenn
man selbst dafür verantwortlich war, es gehegt und gepflegt hat. So ähnlich
ist es dann auch bei Marmelade & Co., selbst wenn man die Früchte auf
dem Markt gekauft hat. Es ist doch herrlich für die Kinder und uns, am Herd
zu stehen, die Nasen in die Nähe der dampfenden Marmelade zu halten, diesen
Duft einzuatmen und für immer in sich zu bewahren - nie vergisst man solche
Düfte, oder? Also ich erinnere mich genau, wie es in Omas Küche
roch, als wir beide Holundergelee, Erdbeermarmelade, Zwetschgenmus und mehr eingekocht
haben... Und ich weiß auch noch wie schön es war, nach dem Abfüllen
den Topf auszukratzen, bis er beinahe blitzeblank war, mein Gesicht dafür
ganz rot und verschmiert. Ja, so war das.....ich erinnere mich auch wie es war,
das Glas mit der selbstgemachten Marmelade zu öffen und im Winter dann an
diese geschäftigen Tage im Sommer zurückzudenken... Alle
roten Früchte gehören für mich in die Johannizeit hinein, was wir
nicht selbst im Garten ernten können, das kaufen wir auf dem Markt, im Bioladen
oder pflücken frische Erdbeeren auf dem Feld in der Nähe. Das macht
natürlich großen Spaß, vor allem, weil man nebenbei so viel naschen
kann. Schon im Mai haben wir dieses Jahr Marmelade gekocht, das werden wir
auch im Juni weiter tun - das Einmachen in den Sommermonaten ist für Kinder
ein unschätzbares Erlebnis. Man sollte ihnen das immer ermöglichen. Rätsel: schneeweiß
erblüht`s, schön rot erglüht`s, schmeckt wunderfein, was
mag`s wohl sein? ereebdrE Kräuter
und Früchte sammeln wir
kochen nun nicht nur nach und nach Früchte ein, wir sammeln im Garten und
auf Spaziergängen jetzt auch immer wieder Kräuter und andere Früchte,
die wir trocknen und dann als Tee für Herbst und Winter aufbewahren können:
in dieser Zeit sammeln und trocknen wir Holunderblüten, Melisse,
Verbene, Himbeerblätter, Brennesselblätter, Lavendel, Rosenblütenblätter,
Lindenblüten... zu gegebener Zeit dann auch Ringelblumen, Thymian, Hagebutten,
Holunderbeeren, getrocknete Äpfel, Orangenschalen...
Bis zum Herbst
wird eine bunte Mischung zusammenkommen, die wir dann im Winter sehr genießen
werden. Meist ist dieser eigene Tee etwas ganz Besaonderes und wir kochen ihn
nur, wenn jemand krank ist (wir gehen wirklich sparsam mit ihm um, damit er den
Winter über hält und alle kranken einmal in den genuss kommen). Meine
kleine Tochter hat beim Sammeln der Lindenblüten schon gesagt, dass sie sich
darauf freut, sich dann zu erkälten :0)
Auf
Spaziergängen sind wir immer auch auf der Suche nach Johanniskraut, aus dem
wir Johannisöl machen möchten - auch das können wir durch das Jahr
hindurch immer mal wieder gut gebrauchen. Allerlei feine Rezepte
findest Du unten. Johannifeuer ein
ordentliches Johannifeuer gehört für mich unbedingt zum Johannifest
dazu. Seit wir uns bei "Waldorfs" bewegen, erleben wir das auf schönste
Weise, ganz stimmig auf dem Wilhelmshof umgeben von idyllischer Natur, wir singen
Johannilieder und genießen unser Beisammensein... Ein so rießengroßes
Feuer ist ein unglaubliches Erlebnis. Unser Johannifeuer war bisher immer mehrere
Meter hoch. Unvergesslich immer wieder von neuem, wenn es sich zu Beginn laut
entzündet und dann lange Zeit hoch dem Himmel entgegen lodert..."Flamme
empor" singen wir dann. Als meine Freundin Susanne noch da war (wir
haben zusammen im Waldorfkindergarten gearbeitet) und wir mit ihr zusammen Johanni
gefeiert haben, da gab es auch ein kleineres Kinder-Feuerchen, über das wir
mutig nach altem Brauch gesprungen sind - das vergesse ich nie...vielleicht sollten
wir das im Kindergarten wieder aufleben lassen? Johanni-Haarkranz Zum
Johannifest binde ich für meine Kinder (manchmal auch für mich) jedes
Jahr einen Blumenkranz. Eigentlich sind immer kleine Röschen
aus dem Garten dabei. Wir haben 2 Rosenstöcke, Vatertag & Muttertag,
die wirklich genau die passenden Röschen für Blumenkränze haben.
Mit diesen, Efeu und anderen Blumen, die auf Feld und Wiese wachsen binde ich
uns schöne Sommerkränze.... Auch die Jungen in unserem Waldorfkindergarten
sind es gewöhnt, zum Johannifest ein Blumenkränzchen auf ihrem Haupt
zu tragen. Es ist eine Selbstverständlichkeit und ein wunderbarer Brauch,
der sich nun schon seit vielen Jahren bei uns hält.
 Es
ist gar nicht schwer, solche Kränze zu binden. Entweder man nimmt als Grundkranz
einen geflochtenen Zopf aus Bast und bindet darauf die Blümchen oder aber,
wie ich es auch oft gerne mache, man macht den Grundkranz aus einer langen Efeuranke,
die man in der pass. Größe zum Kreis schließt, gut bindet und
dann darauf die Blümchen usw. mit feinem Draht wickelt. Hinten kann man
z.B. auch feine Bänder anknpüfen, die herabhängen... Schau mal,
auf dem Bild links oben siehst Du die Blümchen, die wir dieses Jahr zusammen
gesammelt haben auf unserem Esstisch (auf dem Bild rechts oben siehst Du meine
kleine Tochter vor ein paar Jahren mit dem damaligen Kränzchen). Und auf
dem Bild rechts unten, da siehst Du das fertige Kränzchen von diesem Jahr
- Efeu, Röschen, Hortensien, Zaunwinde.....:0)
Rezepte Johanniskrautöl Johannikraut
ist ein ganz besonderes Kraut, es kann nämlich glücklich machen :0)
Es sammelt und spreichert die Sonnenstrahlen des Sommers, was in Medikamenten
(oder Tee) sogar bei (Winter)-Depressionen helfen kann, wenn unsere Seelen eben
das schöne Sonnenlicht vermissen. In Form von Tee oder Öl können
wir die "Sonnenstrahlen" in "dunklen" Zeiten also ein wenig
zurückholen und verinnerlichen.
Wir sammeln einige Hände
voll frische Johanniskrautblüte (am besten an einem sonnigen Tag um die Johannizeit
herum), füllen die gelben Blüten in ein Glas mit weiter Öffnung
(Baumwolltuch als Deckel) und übergießen diese mit Olivenöl. Jeden
Tag sollte man das Glas ein wenig schütteln. An der Sonne auf der Fensterbank
(gut für die Kinder zu beobachten) steht das Öl dann einige Wochen lang,
bis die Sonnenkraft dem Johanniskraut seine Farbe und Wirkstoffe entzogen hat
und es richtig schön rot geworden ist. Am Ende werden die Blüten
durch ein Mulltuch gesiebt und das Öl in einem Glas mit Deckel dunkel gelagert
(z.B. im Kühlschrank).
Johanniskrautöl wirkt u.a. entzündungshemmend
und wundheilend, besonders bei Brandwunden (Sonnenbrand), Verstauchungen und Prellungen
(bitte nur bei Wunden anwenden, die NICHT offen sind und nicht mit eingeölter
Haut in die Sonne gehen - das könnte Hautverfärbungen geben!!!). Wie
gesagt, auch die Sonnenstrahlen sind auf ihre besondere Weise im Johanniöl
enthalten und erhellen gewiss ein wenig unsere Seelen in "dunklen" Zeiten.
Eine kleine Massage schenkt nicht nur Wohlbefinden, Zeit und Liebe, sondern auch
Glück, Sonne, Wärme, Licht....
Rosengelee ...aus
englischen Duftrosen á la Michèle.

1
großer Korb/Topf voll Rosenblüten von Duftrosen (am besten rot oder
rosa und unbedingt unbehandelt) 1 l Wasser 1 Packung Apfelpektin* (für
1 Liter Flüssigkeit/1 kg Früchte
)* ca. 350 g Zucker evtl.
1-2 Tropfen echtes Rosenöl (z.B. Primavera) - nur falls die Rosen nicht genug
Eigenduft haben einige beiseite gelegte rote oder rosa Rosenblätter
Rosenblüten
bei Bedarf kurz waschen und evtl. den unteren weißen Teil der Blüten
abschneiden (dieser enthält oft Bitterstoffe, das Gelee könnte auch
leicht bitter werden). Die Rosenblüten in 1 Liter kaltem Wasser ca. 1
Stunde einweichen (Deckel drauf), dann aufkochen (auch mit Deckel, damit der Rosenduft
nicht "verduftet"). Wenn das Ganze siedet nach ca. 5 Minuten von
der Kochstelle nehmen und die Rosenblüten abseihen. Dieses (manchmal
bläulich wirkende) Rosenwasser dann wieder auf den Herd, das Pektin und den
Zucker beifügen und wieder kurz aufkochen lassen. Dann eine gute Handvoll
schöne und saubere Rosenblüten einstreuen, kurz aufkochen (evtl. jetzt
das Rosenöl beifügen) und schnell in heiße Gläser füllen
- fertig :0)
*ich nehme immer Pektin - das gibt es meist ganz
ohne etwas im Bioladen oder auch im Reformhaus. In manchen Geschäften gibt
es auch Pektin, das bereits mit Zucker vermischt ist: Super-Gelier-Zucker von
Dr. Oetker z.B.. Das geht natürlich auch und ist einfacher. Meist sind es
Packungen für genau 1 l Flüssigkeit Am besten schmeckt
das Rosengelee (leider) auf hellem Brot oder frischen Brötchen. Auf der
Butter sieht man dann die zart-rosa Farbe ganz hübsch!
Birne-Rosengelee eine
Variation des Rosengelees von oben und mindestens genauso fein Rosenblüten
von Duftrosen (am besten rot oder rosa und unbedingt unbehandelt) - ich habe ca.
15 Rosenblüten gepflückt 0,5 l Wasser 0,5 l Birnensaft (kann auch
etwas mehr sein, dann entsprechend weniger Wasser, sodass es wieder 1 l insgesamt
ergibt) 1 Packung Apfelpektin* (für 1 Liter Flüssigkeit/1 kg Früchte
)* ca.
350 g Zucker (evtl. 1-2 Tropfen echtes!!! Rosenöl (z.B. Primavera) - nur
falls die Rosen nicht genug Eigenduft haben) einige beiseite gelegte rote oder
rosa Rosenblätter
Rosenblüten
bei Bedarf kurz waschen (ich schüttle sie nur gut aus) und den unteren weißen
Teil der Blüten abschneiden (dieser enthält oft Bitterstoffe, das
Gelee könnte auch leicht bitter werden). Die Rosenblüten in der
Flüssigkeit ca. 1/2 einweichen (Deckel drauf), dann aufkochen (auch mit Deckel,
damit der Rosenduft nicht "verduftet"). Wenn das Ganze siedet nach
ca. 5 Minuten von der Kochstelle nehmen und die Rosenblüten noch ca. 1/2
Stunde ziehen lassen, dann abseihen. Dieses Birnen-Rosenwasser dann wieder
auf den Herd stellen, das Pektin und den Zucker beifügen und wieder kurz
aufkochen lassen. Dann eine gute Handvoll schöne und saubere Rosenblüten
einstreuen, einige Minuten leise köcheln lassen (evtl. jetzt das Rosenöl
beifügen, nur wenn nötig) und schnell in heiße Gläser füllen
- fertig :0) *ich nehme immer Pektin - das gibt es meist ganz
ohne etwas im Bioladen oder auch im Reformhaus. In manchen Geschäften gibt
es auch Pektin, das bereits mit Zucker vermischt ist: Super-Gelier-Zucker von
Dr. Oetker z.B.. Das geht natürlich auch und ist einfacher. Meist sind es
Packungen für genau 1 l Flüssigkeit Am besten schmeckt
das Rosengelee (leider) auf hellem Brot oder frischen Brötchen. Auf der
Butter sieht man dann die zart-rosa Farbe ganz hübsch! Schau nur auf dem
Bild, ich bin jedes Mal wieder begeistert, wie herrlich rot das Gelee von den
Rosenblüten wird.
Rosensirup

Rezept
folgt irgendwann...
Rosenzucker das
ist etwas ganz, ganz Feines. Wir sammeln im Garten (oder anderswo), an einem sonnigen
Morgen frische und sehr duftende (unbedingt ungespritzte) Rosenblütenblätter.
Diese legen wir für einige Tage in ein luftiges Körbchen zum trocknen.
Wenn die Blütenblätter gut getrocknet sind, zerreiben wir sie im
Mörser ganz, ganz fein. Es geht leichter, wenn man am Ende schon ein wenig
Zucker zu den Blütenblättern gibt und dann beides gemeinsam zerreibt.
Natürlich geht es auch mit einer "Moulinette" o.ä. Hier gibt
man die getrockneten Rosenblüten zusammen mit Zucker hinein (so viel Rosenblütenblätter,
dass der Zucker schön rosa wird) und verarbeitet gleich beides in Windeseile.
Von Hand macht es Kindern aber viel mehr Freude! Ist es fein genug zerrieben,
so mischt man es mit mehr Zucker und füllt alles in ein schönes Glas. Rosenzucker
verfeinert z.B. Schlagsahe oder macht frische Erdbeeren zu einem himmlischen Genuss.... Es
sieht auch zuckersüß aus, wenn man den Rosenzucker in ein hübsches
Glas füllt, wie auch bei Marmelade, den Deckel mit einem (Rosen)-Stoff schmückt
und so ins Küchenregal stellt - oder verschenkt....
Rosenlikör
für große Leut` 
Zutaten:
Blütenblätter von 15 Duftrosen (unbedingt ungespritzt) 3/4 l
weißen Rum 150 g Kandiszucker (weiß oder braun) 1/2 Vanillestange Zubereitung: Die
Blütenblätter vorsichtig waschen und abtropfen lassen. Die Rosenblätter,
den Kandiszucker, die Vanillestange und den weißen Rum in ein verschließbares
Gefäß geben und an einen warmen Ort stellen. Nach ungefähr
3 Wochen die Rosenblätter abseihen, in eine saubere und hübsche
Flasche abfüllen - und verschenken (oder behalten?). Tip:
Anstelle von Rum kann man auch einen klaren Korn verwenden.
Familientee wir
sammeln wie gesagt der Reihe nach, was wir draußen an Teekräutern und
-früchten finden:
Holunderblüten,
Himbeerblätter, Johannisbeeren, Rosenblütenblätter, Lavendel, Melisse,
Malve....Holunderbeeren, Hagebutten - es bietet sich nach und nach eine wunderbare
Vielfalt. Alle gesammleten Kräuter und Früchte werden sorgfältig
getrocknet, danach evtl. zerkleinert und am Ende gemischt und in luftdichte Gläser
oder Dosen gefüllt.
Jedes
Jahr wird der Tee wohl ein wenig anders schmecken - je nachdem, was sich findet,
je nach Mengenverhältnis der untersch. Kräuter und Früchte - jedes
Jahr ein Überraschungstee. Kindern macht es ganz viel Freude und sie können,
wie oftmals auch wir, viel dabei lernen. Ich habe mir vor vielen Jahren einmal
ein Bestimmungsbuch gekauft, das wir beim Sammeln immer gut gebrauchen können
und viel über die Pflanzenwelt erfahren können. Meine Tochter Madeleine
ist gerade dabei, begleitend dazu ein eigenes Herbarium anzulegen. Man staunt,
was man mit der Zeit alles an Wissen ansammelt. Hin und wieder
machen wir uns aber auch einen Tee aus ganz frisch gesammelten Kräutern und
Blüten. Magst Du mal in unsere Teekanne blicken? Vielleicht kannst Du den
Duft ein wenig erahnen, der uns in die Nasen steigt...schau mal auf dem Bild am
rechten Rand. Siehst das nicht herrlich aus? Hier sind Malvenblüten, Rosenblüten,
Melissenblätter, Verbene, Salbei (wenig), Lindenblüten und Lavendelblüten
vereint.
Auch auf dem Wilhelmshof (Waldorfkindergarten-Schulkindertag,
siehe auch in der Rubrik "über mich") sammle ich am frühen
Morgen, meist noch bevor die Kinder kommen, Kräuter und Blüten der Saison
für unseren Frühstückstee. Jede Woche ergibt sich eine andere Mischung
und alle freuen sich schon auf den sinnlichen Duft und Geschmack
Apfel-Holunder-Gelee
Unser
Holunderbaum vor dem Haus (er ist rießig) war schon beinahe abgeblüht
(die ersten Blüten haben wir für Holunder-Pfannkuchen verwendet), nur
noch weiter oben waren frische Holunderblüten zu finden. Ich habe mich gar
nicht hoch getraut auf dieser alten Leiter. Mein Mann war mir dann behilflich
und freute sich so sehr an meinem Blümchenanblick,
dass er mich von der Leiter herab immerzu anlächelte - mein Haar war voll
mit weißen Holunderblüten und das sah in der Tat eigentlich ganz hübsch
aus, wie ich später im Spiegel sehen konnte :0)
 Jedenfalls
haben wir einige Dolden gesammelt (man benötigt mind. 10, besser etwas mehr
für 1 l Flüssigkeit). An Holunderbüsche kommt man auch bei Spaziergängen
vorbei, allerdings sollte man darauf achten, dass diese nicht an viel befahrenen
Straßen stehen. Gewiss nimmt es einem niemand übel, wenn man in Wald
und Flur ein wenig sammeln geht... Die Dolden schüttle ich gut aus, damit
sich kein Tierlein mehr drinnen versteckt hält und lege sie dann, wie auf
dem Bild rechts, in einen Topf mit 1 l gutem Apfelsaft (ich kaufe diesen im Bioladen,
naturtrüb und am Besten von Streuobstwiesen, kein Konzentrat, lieber Direktsaft!!!). Der
Topf wird nun mit einem Deckel verschlossen und sollte kühl (Kühlschrank,
Keller...) mindestens über Nacht, besser noch rund 24 Stunden ziehen dürfen. Immer
wieder musste ich den Deckel lupfen, um den herrlichen Duft einzuatmen. Es ist
eine Wonne und erinnert mich sehr an meine Kindheit und an Omas Küche in
der Holunderzeit zurück (und genau solche Erinnerungen möchte ich auch
meinen Kindern schenken. Das ist mir sehr wichtig). Mein Mann schmunzelte
schon, weil er mich immer wieder über dem Topf fand... Nachdem alles gut
durchziehen konnte wird der nach Holunderblüten duftende Apfelsaft abgesiebt
und in einen sauberen Topf umgefüllt. Zum Saft (1l) kommen 350 g Zucker
und eine Packung Konfigel (alternativ, wie beim Rosengelee, kann man auch Super-Gelier-Zucker
von Dr. Oetker verwenden, da ist schon alles drinnen, was man benötigt). Alles
gut verrühren und ca. 3 Minuten köcheln lassen. Noch heiß
in saubere, heiß ausgespülte Gläser füllen und feritg ist
das feine Apfel-Holunder-Gelee :0)
selbstgebackene
Brötchen - Grundrezept
ca. 500-700 g Mehl 1/2
- 1 Würfel Hefe (man kann auch einen ganzen Würfel nehmen, alternativ
1 Pc. Trockenhefe) etwas Salz 2 Eßl. Magerquark Wasser nach bedarf Meine
Kinder freuen sich sehr, wenn wir zu Hause Brötchen backen. Schön ist
es, wenn es dafür einen festen Tag gibt, zum Beispiel immer Samstags. Unsere
Kinder sagen dann immer "Brötchentag".
Ich
mahle das Mehl für unsere Brötchen mit unserer Getreidemühle ganz
frisch, meist aus Dinkelgetreide. Hin und wieder mische ich dazu etwas helles
Mehl.
Nach dem Mahlen des Getreides (man kann natürlich auch gekauftes
Mehl verwenden) gebe ich in ein Glas ein wenig handwarmes Wasser und löse
darin ca. 1/2 (- 1) Würfel frische Hefe auf (alt. 1 Pck. Trockenhefe). Nun
gebe ich ca. 500 - 700 g Mehl in eine Schüssel, mache eine Mulde in der Mitte
und gebe die Wasser-Hefe-Mischung in die Mulde hinein. Mit einem Löffel rühre
ich diese Mischung mit ein wenig Mehl von außen sachte um und decke die
Schüssel dann für ca. 10 Minuten zu. Der Vorteig geht nun....
Auf
das Mehl gebe ich nun etwas Salz - je nach Geschmack (nicht zu viel), auch den
Quarkt und verrühre alles mit dem Knethaken oder besser noch mit der Hand.
Dazu kommt nach und nach lauwarmes Wasser, sodass am Ende ein etwas fester
Teig entsteht, der nach einer Weile kaum noch an den Händen kleben bleibt
(ein bisschen klebrig darf er noch sein). Nun streue ich etwas
Mehl über den Teig und decke die Schüssel mit einem Geschirrtuch ab.
der Hefeteig sollte an einem dunklen und warmen Ort ca. 1 Stunde gehen.
 Ist
der Teig auf ca. das doppelte angewachsen, so gebe ich noch etwas Mehl dazu (dass
er nicht mehr an den Händen klebt) und knete das Ganze noch einmal gut durch.
Meine Kinder machen das meist ganz alleine, darauf freuen sie sich immer schon.
Je nachdem, wie viele Kinder mithelfen, teile ich den Teig in eben so viele Stücke
auf, damit jeder zufrieden ist. Jetzt wird der Teig in viele
gleichgroße "Bällchen" geteilt, die ich in Mehl wende, damit
sie beim Backen nicht aneinander kleben. Aus diesen kleinen Teigbällchen
formen wir nun die Brötchen, recht flach gedrückt, denn sie gehen im
Backofen doch sehr in die Höhe. Bevor sie in den Backofen kommen evtl.
noch einmal mit Mehl bestäuben. Nach einer kleinen Ruhephase unter dem
Geschirrtuch kommen die Brötchen in den Backofen auf die mittl. Schiene bei
ca. 200 °C. Sie bleiben so lange im Backofen, bis sie bräunlich werden.
Ich prüfe immer so, ob sie fertig sind: ein Brötchen aus dem Backofen
herausnehmen und auf die Unterseite klopfen. Hört es sich hohl an, sind sie
fertig und können zum Abkühlen in ein Körbchen gelegt werden. Natürlich
schmecken sie am Besten ganz frisch, wenn sie noch ein wenig warm sind. Hmmmmmmm...mit
Butter und frischen Kräutern darauf :0)
Kräuterbrötchen Kräuterbrötchen
machen wir wie oben, nur geben wir in den Teig (direkt ins trockene Mehl!) frische,
kleingehackte Kräuter. Alternativ kann man auch getrocknete nehmen, aber
frische schmecken eindeutig besser. Wir nehmen ganz unterschiedliche Kräuter,
je nachdem, was im Garten wächst oder was man auf dem Markt (der Jahreszeit
entsprechend) bekommt: z.B. Schnittlauch, Petersilie, Pimpinelle, ein klein
wenig Salbei ist fein, auch (Zitronen-)Thymian, etwas Verbene und/oder Melisse,
1-2 Blättchen Pfefferminze, Borretsch, sogar Lavendel schmeckt köstlich... Man
kann wirklich einmal ausprobieren, was noch passt und mundet. Wir sind hierbei
sehr mutig und verwenden auch ungewöhnliche Kräuter, wie Du hier lesen
kannst. All diese Kräuter werden entweder kleingeschnitten oder -gewiegt
- das macht Maris gerne mit seinem Wiegemesser, das er zum Geburtstag bekommen
hat - und dann wie gesagt zum Mehl gegeben und gut vermischt. Weiter wie oben
beschrieben...
Rosenbrötchen
Rosenbrötchen
sind etwas gaaanz feines, wirklich. Ich habe diese, wie auch die Kräuterbrötchen,
bei uns im Kindergarten auf dem Wilhelmshof eingeführt und alle sind begeistert. Statt
der Kräuter sammle ich eine Handvoll roséfarbener und/oder roter Rosenblütenblätter
und schneide sie ebenso klein wie die Kräuter beim oberen Rezept. Die
Blütenblätter werden nun zum Mehl gegeben - weiter wie oben beschrieben.
Auch
eine Mischung aus beidem - Rüsenblütenblätter und Kräuter
- ergibt wahre eine Sinnesfreude. Neben dem wunderbaren Geschmackserlebnis wird
auch das Auge verwöhnt. Das Grün der Kräuter und das Rot der Rosen
im Brötchen sieht sehr schön aus.
Aus demselben Teig
lässt sich auch wunderbar Stocbrot* damit zubereiten - über dem Feuer
gebacken, köstlich... * den Teig einfach am oberen Ende um einen langen
Ast wickeln und übers Feuer halten, bis es gar ist *** Maris`Kindergärtchen-Tagebuch
im Juni Kindergärtchen-Tagebuch am 9. Juni 2007:
oh
- in Maris Gärtchen hat sich die letzte Zeit viel getan. Jeden Tag sammeln
die beiden Kleinen Erdbeerchen und manchmal bekommen auch wir Großen etwas
ab. Wir haben Glück,
die Pflanzen tragen nach und nach süße Früchte, so haben die Kinder
nun schon einige Wochen eine große Freude beim Naschen im Garten. Naja,
wir müssen alles auch teilen - mit den vielen Schnecken, die sich nach wie
vor sehr wohl bei uns fühlen. Auch Ameisen sind zahlreich im Garten zu
finden. So ist das wohl, wenn man kein Gift verwenden möchte, um unliebsame
Gäste zu vertreiben. Es bleibt einem nichts anderes übrig, als mit den
Tierchen zu teilen, auch wenn es schwer fällt. Sogar die Kohlrabi haben sie
sich bei uns schmecken lassen.
Die
noch essbaren haben wir nun allesamt geerntet und zum Abendbrot genossen. Es war
ein schönes Gefühl die Kinder zu beobachten, wie wertschätzend
sie ihr eigenes Gemüse betrachtet haben. Selbst wenn das Gärtchen klein
ist, so tragen doch auch diese Erlebnisse Früchte anderer Art.... Katrin,
eine Puppenwiegen-Besucherin, riet mir übrigens davon ab, Bierfallen gegen
die Schneckenplage aufzustellen, weil man damit wohl die Schnecken erst recht
anlockt (danke liebe Katrin). Nun sammeln wir sie einfach ein, so gut es eben
geht (wie Katrin :0), und legen sie an einen Platz weit entfernt vom Kinderbeet
(lassen sie aber schon leben. Ich könnte sie nicht...).
Auch
die Ameisen, die überall sehr eifrig und geschäftig zu sehen sind, scheinen
für Maris hochinteressant zu sein, genau wie die vielen Regenwürmer,
über die wir uns sehr freuen. Maris weiß, dass sie die Erde locker
machen und uns dabei helfen, es den Pflanzen gutgehen zu lassen. So haben
wir einfach einen kleinen Garten mit Naturzoo und freuen usn, wenn all die Tierlein
uns ein wenig übrig lassen:0) Die Tomaten haben seit einiger
Zeit schon Blüten, wie Du auf dem Bild sehen kannst. Ich habe Maris erzählt,
dass aus diesen einmal Tomaten werden. Ich denke, wir können das hier sehr
gut beobachten. Wenn man gut hinschaut, so sieht man jetzt schon hier und da ganz
kleine Tomätchen. Bei den Erbsen konnte mein kleiner Sohn
es schon beobachten: auch sie haben Blüten und daneben sogar schon die ersten
Schoten, wie Du auf dem Bild sehen kannst. Wenn man genau hinschaut, so sieht
man drinnen verborgen winzig kleine Erbschen... Den Erbsenpflanzen haben die
Schnecken wirklich sehr zugesetzt. Sie haben sie zum Teil fast kahl gefressen.
Da wundert es mich doch, dass sie dennoch Blüten und Früchte tragen.
Eigentlich
stand auf der Samenpackung, dass diese Sorte keine Rankhilfe benötigt. Wir
hatten allerdings den Eindruck, dass ihnen ein wenig Halt gut täte. So haben
wir heute mit Stöcken und Schnur eine Rankhilfe gebaut. Wie
Du weißt haben wir ja den ganzen Kohlrabi nun geerntet. Es ist nun in der
Mitte des Beetes ein Plätzchen frei. Ein paar Tage überlegten wir,
was wir hier nun einpflanzen könnten.
Beim
Kochen von Kartoffeln fiel uns auf, dass einige schon Triebe haben - ja, da wusste
ich, was ich mit Maris als nächstes tun könnte. Heute haben wir
Kartoffeln gesteckt. Ich habe Maris erzählt, dass wir viele Kartoffeln bekommen,
wenn wir diese in die Erde stecken und hegen und pfelgen, wie die anderen Pflanzen
ebenso. Auf beide Seiten des Gärtchens hat Maris mit mir zusammen nun
jeweils 3 Kartoffeln gesetzt, mit Erde zugedeckt und vom Regen, der im Anschluss
daran auf das Beet niederprasselte, gießen lassen. Nun sind wir aber gespannt,
wie viele Kartoffeln aus 6 Kartoffeln einmal werden können...das wird spannend. Erinnerst
Du Dich noch an die Sonnenblume in Maris`Gärtchen`? Am 4. Mai war die
Sonnenblume noch ganz winzig, am 14. Mai schon etwas größer, aber dennoch
kleiner als Maris, wie Du sehen kannst. Nun ist beinahe ein Monat vergangen
und in dieser Zeit ist die Sonnenblume so sehr gewachsen, dass Maris schon zu
ihr hinaufsehen muss.   
Ja,
so ist das mit Maris Gärtchen und ich weiß auch schon, dass es bei
vielen Puppenwiegen-Gästen grünt und blüht. Schön, wenn
ich doch so vielen einen kleinen Anstoß geben konnte, auch denen, die keinen
Garten haben und nun dafür bei sich zu Hause auf der Fensterbank kleine grüne
Wunder erleben, wie z.B. Tanja mit Joshua: bei den beiden wachsen nun auf der
Fensterbank Bohnen und Joshua kann dabei zusehen, wie sie jeden Tag länger
werden. Auch Apfelkerne haben die zwei eingepflanzt und warten nun, was daraus
einmal wird...Danke liebe Tanja für deine schöne Erzählung :0) Auch
von Tomatenpflanzen weiß ich, die in einem Topf auf dem Balkon prächtig
gedeihen, Alexandra hat es mir berichtet und sich gefreut, dass sie es einfach
mal ausprobiert hat...so gibt es einige Geschichten Kindergärtchen-Tagebuch
am 21. Juni 2007: nach
vielen Tagen mit schönem Sonnenschein regnet es nun unaufhörlich. Wir
brauchen wohl ein Weilchen nicht mehr gießen. Der Sonnenschein und nun der
Regen tut dem Gärtchen wohl sehr gut. Die Sonnenblume ist nun mindestens
schon so groß wie ich (ich bin 1,62 m). Maris mit seinem knappen Meter überragt
sie nun sehr, wie man sieht, "sie wächst bis zum Himmel",
meint er und schaut nach oben. Ja, das könnte sein. Der andauernde Regen
lockt unsere "Freunde" an, die Schnecken. Sie kommen in Heerscharen
herbei, Maris Gärtchen muss eine wahre Festtafel für sie sein. Magst
Du mal sehen, wo wir sie heute Morgen gefunden haben? Ich dachte, ich sehe nicht
recht. Maris staunte auch: einige Schnecken wollten beim Festmahl wohl die Aussicht
genießen und sind auf die rießengroße Sonnenblume hinaufgeklettert.
Auf ihrem Weg nach oben haben sie der Reihe nach alle unteren Blätter beinahe
aufgegessen. 2 Nacktschnecken haben wir auf frischer Tat ertappt, direkt auf
der Blüte oben, die doch erst seit gestern geöffnet ist. Andere
Schnecken hiegen noch an Blättern etwas weiter unten. Auf einem Blätter
fanden wir etwas, über das wir doch lachen mussten - eine Weinbergschnecke
labt sich gerade an einem feinen Blatt, fest umschlungen von einer Nacktschnecke
(siehe Bild oben rechts). Das Gewicht schien etwas schwer zu sein, denn die Weinbergschnekce
verlor fast ihr Häuschen - so sah es zumindest aus. Wir haben sie dann natürlich
gerettet. Maris nahm die Weinbergschnecke und setzte sie behutsam ins Gras.
Mein
Mann meint, dass die Sonnenblume ganz schön viel Nahrung aus der Erde zieht,
die Tomaten stehen direkt daneben. Da müssen wir fleißig düngen.
Haben wir auch gemacht - also keine Sorge. Maris und ich denken an (fast) alles.
Wir haben doch die gute, selbstgemachte Brennessel-Jauche. Die stinkt fürchterlich
(unsere armen Nachbarn ;0), Maris scheut sich aber nicht davor, die "duftende"
Brühe den Tomaten an "die Füße" zu gießen. Ich
denke, sie danken es uns, indem sie uns schon tolle Früchte zeigen. An einem
Strauch hängen
nun dicke, feste und grüne Tomaten. Maris freut sich schon sehr und kann
es kaum erwarten. Die drei anderen Tomatenstöcke sind wesentlich kleiner,
als die früchtetragende. Sie haben aber auch viele Blüten...vielleicht
ist es eine andere Sorte? Wir werden sehen. Die Früchte werden es uns schon
verraten. Kräftig sind die Pflanzen aber alle, sie haben ganz dicke Stängel.
Wenn man sich daran zurück erinnert, wie klein sie am Anfang waren. Es ist
wirklich schön, das zu beobachten und mit all den Bilder fällt es auch
Maris leicht, das nochmal zu vergleichen.
Die
erste Erbse hat Maris vor 2 Tagen schon geerntet und vernascht. Es war seine erste
rohe Erbse, die er gegessen hatte. Maris war etwas skeptisch...Du weißt
ja vielleicht, wenn Du das Kindergärtchen-Tagebuch verfolgt hast, wie sehr
ich rohe Erbsen aus Omas Garten liebte, als ich klein war... Maris scheint
das nicht so zu gehen. Seine Freude beim Kosten war etwas verhalten. Vielleicht
kommt er ja noch auf den Gechmack. Wenn nicht, dann freuen sich seine Geschwister,
die mögen rohe Erbschen nämlich gerne (und ich erst :0) Satt werden
wir aber sicher nicht, denn die Schnecken haben fast die ganzen Pflanzen angefressen,
bzw. aufgefressen. Es wundert, dass sie dennoch ein paar Früchte tragen,
auch ein paar neue Blüten sind am Kommen. Aber die Pflanzen selbst sehen
wirklich sehr kümmerlich und ärmlich aus ....

Vor
knapp 2 Wochen haben wir Kartoffeln gesteckt, erinnerst Du Dich noch? Maris hat
6 Kartoffeln in die Erde gelegt, vor wenigen Tagen haben wir die ersten grünen
Spitzen aus der Erde lugen sehen. Wir haben beobachtet, wie zuvor die Erde
förmlich aufgebrochen ist. Wir dachten zuerst die Erde wäre trocken,
aber das konnte kaum sein. Die Erde war an mehreren Stellen richtig aufgeplatzt.
Einen Tag später sahen wir dann das Grün der Kartoffelpflänzchen,
einen Tag darauf schon richtig feste Pflänzchen aus der Erde schauen und
heute erkennt man ganz genau, dass es Kartoffelpflanzen sind. Alle 6 Kartoffeln
zeigen nun ihr Blattwerk. Ob das den Schnecken auch schmeckt? Wir hoffen nicht,
das wäre schade.
Maris`Sonnenblume
am 4. Mai, am 14. Mai, am 9. Juni und am 20. Juni - so schnell wächst eine
Sonnenblume
    im
Juli geht es weiter im Kindergärtchen-Tagebuch |