aktualisiert am 23. März 2007 NEU:
Bild vom Puppenmädchen Schneeglöckchen Februar noch
ist`s Winter
 (Aquarell
"Schneeglöckchen", gemalt von Madeleine im Januar 2007) *** 
Schneeglöckchen *** Wer
kann`s erraten? Kennst Du das Glöckchen, im
schneeweißen Röckchen, das läutet ganz fein, den Frühling
ein? (Ruth Elsässer) *** In
unserem Garten blühen nun schon einige dieser ganz besonderen Blümchen,
wie auch Madeleine eines gemalt hat. Ich muss mal sehen, vielleicht nähe
ich für diesen Monat gar ein Puppenkind im Kleid eines Schneeglöckchens? Es
ist doch jedes Jahr immer wieder von neuem ein Wunder, wie das Schneeglöckchen
seine so zarten Stängel in der noch oft bitteren Kälte dem Himmel entgegenstreckt
und uns sein feines, weißes Röckchen zeigt.
Ich
erzähle den Kindern immer, solange sie noch klein sind, dass Schneeglöckchen
wirklich läuten - ganz, ganz sachte. Mit viel Glück können es vielleicht
auch Menschenkinder hören, wenn sie ganz stille sind und ihre Ohren spitzen,
denn eigentlich vernehmen das zarte Klingeln nur die Zwerge, Elfen und Tierlein,
die dann ahnen, dass der Frühling nicht mehr fern ist. Auch andere Frühlingsboten
aus dem Pflanzenreich werden vom Schneeglöckchen geweckt: Krokuss, Winterling,
Gänseblümchen, Veilchen.....sie alle warten nur darauf, bis das zarte
Läuten des Schneeglöckchens sie aus ihrem Winterschlaf erweckt und sie
von ihm eingeladen werden, mit ihm zusammen die braune Erde mit ihrer Farbenpracht
zu schmücken. Nach und nach werden wir und unsere Kinder belohnt von
unserer Mühe im Herbst, als wir unzählige kleine und große Zwiebeln
in der Erde versteckt haben, aus denen nun wundersamer Weise die verborgenen Schätze
emporwachsen.
Noëlle ist jetzt 7 Jahre alt und noch in einem Alter,
in dem es für sie ganz natürlich ist, solche Geschichten wie die vom
Schneeglöckchen als wahr anzusehen. Maris wird diesen April 4 Jahre alt und
lebt ohnehin noch ganz tief in dieser verträumten Welt, die ich meinen Kindern
so lange wie möglich erhalten und mit Erzählungen, passenden Geschichten
und Bilderbüchern bereichern möchte. Oft sieht man die beiden andächtig
im Garten neben den Schneeglöckchen hockend und lauschend und immer wieder
geschieht es, dass die beiden glücksstrahlend zu mir kommen und meinen, ein
leises Läuten gehört zu haben...
Unsere
beiden Großen wissen natürlich, dass die Dinge oft doch ein wenig anders
sind. Die Veränderung ergibt sich mit den Jahren ganz von selbst, ohne dass
man große Worte darüber verlieren muss. Maxim und Madeleine erinnern
sich jedoch noch mit großer Freude an die Zeit, als die Welt für sie
noch genauso erlebbar war, wie jetzt für unsere beiden Kleinen. Und sie hüten
sich, ihren kleinen Geschwistern vorzeitig diese Welt zu nehmen. Niemals muss
ich etwas Mahnendes dazu sagen, sie wissen ganz von selbst, dass wir all das zusammen
behüten müssen. Für mich ist das ein Teil von Kindheit und sollte
unbedingt gepflegt werden. Diese Geschichten und inneren Bilder erfüllen
kleine Kinder nicht nur mit großer Freude, sie sind vor allem Nahrung für
ihre Seele, was auch für Märchen oder Zwergengeschichten und dergleichen
gilt.
Übrigens kündigen sich Schneeglöckchen
schon an, noch bevor sie sich uns in ihrer Schönheit zeigen. Hast Du das
schon einmal beobachtet? Man erkennt sein baldiges Erscheinen deutlich sogar dann,
wenn noch Schnee auf dem Erdboden liegt. Denn einige Zeit, bevor dann die Frühlingsboten
wirklich zu sehen sind, zeigen sich bereits kleine braune Fensterchen in der weißen
Schneedecke. Die Pflanzen strahlen also schon vor ihrer "Geburt" unter
der Erde Wärme aus und bringen den Schnee oben auf der Erde zum schmelzen.
Nicht nur die Schneeglöckchen zeigen nun schon ihr zartes Kleidchen
in unseren Gärten, auch unzählige kleine, graue Kätzchen erfreuen
uns nun wieder. Du weißt sicher, welche Kätzchen ich meine? Den Bienen
werden sie das erste Futter im Jahr schenken..... In diesem Jahr zeigen sich
die Weidenkätzchen uns wohl etwas eher als sonst, denn es war die vergangenen
Wochen sehr viel wärmer als gewöhnlich und so sind sie nun schon aus
ihrer braunen Hülle geschlüpft. Ich selbst muss jedes mal, wenn ich
eines erblicke, darüber streicheln - wie unglaublich zart sie doch sind....
Ich mag es sehr, einen oder mehrere Zweige mit Weidenkätzchen auf dem
Tisch zu haben, mit einem zartgrünen Seidentuch um die Vase herum. Ja, ich
sehne mich schon sehr nach dem Frühling, seinen Farben und Düften und
dem Zwitschern der Vögel, wenn es am frühen Morgen langsam dämmert.... Eines
unserer Blumenkinder hat von mir ein ganz winzig kleines Körbchen in den
Arm bekommen, in dem es einige dieser weichen Fellchen tragen darf und als kleine
Kostbarkeit für den Kaufladen sammeln wir gerne die schönsten und dicksten
Kätzchen ein und legen sie in einem kleinen Weidenkörbchen ins Regal.
Pinke, Panke, Puster:
Manchmal
holen wir eines der Kätzchen aus dem Korb im Kaufladen hervor und spielen
"Pinke, panke, puster" damit. Kennst Du das Spiel? Es ist soooo
schön, besonders mit kleinen Kindern. Aber auch Noëlle und Madeleine
spielen manchmal noch mit.
Normalerweise spielen wir es mit einer
Rosine oder einer Mandel, aber hin und wieder eben auch mit einem weichen Weidenkätzchen,
das man zwar dann natürlich nicht essen kann, dafür darf derjenige es
dann streicheln, der es gefunden hat - das Spiel geht so:
Ein
Kind nimmt das Weidenkätzchen (oder ein Rosinchen, eine Mandel, eine Klangmurmel*
- das ist auch sehr schön...) in eine Hand und schließt dann beide
Hände zu Fäustchen. Die anderen (Geschwister, Mama, Papa...), die
neben ihm sitzen (wir sitzen meist nebeneinander auf dem Sofa oder im Bett) sollen
natürlich nicht sehen, in welcher Hand das Kätzchen versteckt ist. Nun
werden die Fäuste abwechselnd aufeinander gestellt (mal ist die eine Faust
oben, mal die andere, siehe auch das Bild von Maris links oben), während
das Kind den folgenden Spruch dazu spricht oder noch schöner singt.
Die
Melodie ist pentatonisch, so ähnlich wie Backe, backe, Kuchen - ich versuche
bald mal die Noten zu notieren. Man kann auch mit einer Leier begleitend dazu
spielen: "Pinke, Panke, Puster im
Keller ist es duster, da wohnt ein armer Schuster, wo wohnt er denn, wo
wohnt er denn, oben oder unten drin?" Tonfolge,
z.B. für pentatonische Leier (unterstrichenes ist lang) begonnen mit dem
``-gestrichenen d (das g ist dann `-gestrichen): dd,ee,dh, g dd ee
dh, g dd ee dh, g ee h, g dd h, dd ee dd h Nun
sucht sich das Kind eines seiner Geschwister, die Mama, den Papa oder wer auch
immer neben ihm sitzt aus und lässt diesen sein Glück versuchen. Ob
man wohl errät, wo sich das Kätzchen versteckt hält? Hat man
richtig geraten, dann bekommt der Glückspilz das Kätzchen in seine Hand
gereicht und darf es zunächst einmal sachte streicheln (siehe Bild rechts
oben), bevor das Spiel
weitergeht. Wurde falsch geraten, dann darf man selbst noch einmal weiterspielen.
Nicht nur meine Kinder mögen dieses kleine Spielchen gerne, ich spiele
selbst mit großen Vergnügen mit. Es lässt sich am Abend vor dem
Schlafengehen spielen, wenn die Kinder krank im Bett liegen, im Auto auf langen
Fahrten oder oder oder...
* Pinke, Panke, Puster
mit der Klangmurmel: das ist bei uns eine ganz besondere Variante, denn die
Klangmurmel hole ich selten hervor und alle freuen sich dann sehr darüber.
Du kennst die Klangmurmel? Es ist eine silberne oder goldene kleine Kugel (etwas
größer als eine Murmel), die, wenn man sie rollen lässt, einen
Klang hervorzaubert, ein ganz zartes und schönes Klingeln. Man muss dann
gut darauf achten, dass die Murmel nicht schon erklingt, während man Pinke,
Panke, Puster spielt. Wer die Klangmurmel dann findet, bekommt sie ganz vorsichtig
in seine Hände gerollt, die wie ein kleines Schüssele geformt sind und
darf sie dann noch ein wenig in seinen Händen erklingen lassen, bevor das
Spiel weitergeht.
***
Was
ich gerne mache, besonders, wenn die Kinder krank im Bettchen liegen und sie eine
Extraportion Streicheleinheiten nötig haben ist.... "Rütteldi-bück"

Man
nehme: ein fein duftendes Balsam (z.B. von Tautropfen) oder ein natürliches
Haut-Öl (Calendulaöl, Rosenöl, Arnikaöl, Lavendelöl...z.B.
von Weleda oder Wala), ein gemütliches Bettchen, warme Hände,
ein streichelhungriges, aufmerksames Kind (wie unser kleiner Maris nebenan
auf dem Bild) und ein Liedlein/Sprüchlein wie folgt:
"rütteldi-bück,
rütteldi-bück, auf der gold`nen Hörnerbrück, wie viel
Hörnlein steh`n?"
Tonfolge, z.B. für pentatonische Leier
(unterstrichenes ist lang) begonnen mit dem ``-gestrichenen d (das g ist dann
`-gestrichen): dddh, dddh, d d ee ddh, g
g g g d
Das Kind (es muss ja nicht
krank sein, unsere mögen es auch einfach so vor dem Schlafengehen) liegt
im Bett, gemütlich mit dem Bauch auf einem warmen Fell (im Winter) mit freiem
Oberkörper, während die Mama oder der Papa oder...mit dem Balsam/Öl
auf einer warmen Hand kreisend und sanft über den Rücken des Kindes
streicht und das Liedlein
oben dazu singt (oder spricht). Am Ende, wenn es da heißt: "wie
viel Hörnlein steh`n", dann beendet man das Einreiben und stellt
dafür 1 oder 2 oder 3 oder 4 oder 5 Finger der eben noch reibenden Hand gerade
auf den Kinderrücken auf (siehe Bild links). Das Kind soll nun erraten, wie
viele "Hörnlein" (Finger) eben auf dem Rücken stehen geblieben
sind. Das ist gar nicht so einfach, vor allem für kleine Kinder. Wir
machen es zwar schon mit Maris, er wird in 2 Monaten 4 Jahre alt, aber wir lassen
eben nur 1-2 (max. 3) Finger (Hörnlein) stehen, damit es nicht sooo schwer
für ihn ist. Mit der Zeit kann man es dann immer schwieriger machen.
Unsere
beiden Kleinen streicheln auch gerne unseren Rücken, bzw. den ihrer großen
Geschwister und dann merkt man, dass das wirklich nicht so einfach ist...versucht
es doch mal heute Abend. Ich mag dieses Berührungsspiel sehr. Es macht
nicht nur Spaß, sondern fördert auf wundersame Weise die Aufmerksamkeit,
pflegt den Tast- und Geruchsinn, beruhigt, entspannt und es ist dazu auch einfach
schön, sich von warmen Händen sanft berühren und einreiben zu lassen.
Eine besondere Form der Zweisamkeit, die bei uns alle sehr genießen *** Kurzweil
- ich sehe was, was du nicht siehst, mal anders ...nicht nur wenn es Abend
wird, das Kind krank im Bett liegt, der Regen draußen nimmer aufhören
mag, die Aotofahrt sooo lange dauert....
Dieses Spiel kennen wir sicher
noch alle aus unserer Kindheit, ich mochte es sehr gerne, denn es lässt sich
überall spielen.
Im Februar hatten drei unserer Kinder wochenlang
Scharlach, wir hüteten gemeinsam das Haus und Bett und haben versucht, die
Langeweile gar nicht erst aufkommen zu lassen. Maris lag neben mir im Bett
und wollte zunächst tagelang nur das Bilderbuch Tomte Tummetott von Astrid
Lindgren anschauen, sein Lieblingsbuch. Zwischendurch durfte ich auch mal ein
Wimmelbilderbuch von Ali Mitgutsch mit ihm anschauen. Kennst Du das, z.B. "mein
schönstes Wimmel-Bilderbuch"?. Maris mag diese Bücher sehr gerne,
aber irgendwann werden sie dann doch langweilig, obwohl man auf den sehr detailreichen
Bildern und dem "Gewimmel" gewiss noch längst nicht alles entdeckt
hat.
Anfangs
mochte ich die Bilder nicht sooo besonders, ich mag eher die zarten, weichen Bilder
der "Waldorfbücher" oder auch die traumhaften Abbildungen aus den
Bilderbüchern von Astrid Lindgren (guck mal Madita, es schneit...) oder die
lieblichen Geschöpfe von Sibylle von Olfers...also eher sanfte Malereien.
Hm, ich entdeckte jedoch, dass auch diese Wimmelbücher einfach ihren
Charme und Witz haben, der mich dann letztlich auch begeistern konnte - meine
Kinder natürlich von Anfang an. Ich weiß nicht einmal mehr, wie
wir darauf gekommen sind, aber wir spielen nun alle ganz gerne mit diesen lustigen,
bunten Bilderbüchern "ich sehe was, was du nicht siehst". Da spielen
auch mal unsere Großen mit, man muss es nur schwer genug machen. Man findet
ja auf einer einzelnen Seite dieser Bücher eine ganze Menge - unendlich viele
Kleinigkeiten, die man womöglich erst beim x. Mal findet (da piekst ein Rabe
mit dem Schnabel in einen Luftballon, ein Schaf frisst einem Mann die Blumen weg*,
die er gerade hinter seinem Rücken hält...). Wir machen es uns also
alle nebeneinander im Bett oder auf dem Sofa oder auf dem Boden gemütlich
und jeder darf der Reihe nach mal sagen "ich sehe was, was du nicht siehst
und das ist...." und etwas auf dem Bild heraussuchen, was man nicht sooo
leicht findet, eine klitzekleine Kleinigkeit eben. Mir fällt da gerade
ein, dass auf einem Bild z.B. ein kleiner schwarzer Hund zu sehen ist, der einem
Mann an`s Bein pinkelt. Das suche ich mir immer aus, die Kinder wissen
es natürlich schon, aber alle lachen genau deshalb - und finden ihn natürlich
gleich. Er ist auf der rechten Seite :0 Naja, auf jeden Fall macht es Spaß
und die Langeweile hat kaum eine Chance, zumindest für ein Weilchen nicht.
Man kann das auch prima im Auto spielen, wenn man länger unterwegs ist.
Die Kinder können das ja auch ohne Mama und Papa. Ja, und so schauen
die Kinder sich mit der Zeit ein Bilderbuch ganz, ganz genau an. Sie nehmen Details
wahr, die sie sonst nicht sehen würden. Im Grunde geht das Spiel mit allen
Bildern/Bilderbüchern, aber in diesen Wimmel-Bilderbüchern gibt es einfach
soooo viel zu entdecken. * Bildausschnitt aus
dem Buch "mein schönstes Wimmel-Bilderbuch" von Ali Mitgutsch (Verlag
Ravensburger) *** Ein Winter-Gedicht
zum Winterende für Dich von Christian Morgenstern - ich hab es so gerne:
Die
Weidenkätzchen Kätzchen
ihr der Weide, wie aus grauer Seide, wie
aus grauem Samt. Oh ihr Silberkätzchen, sagt mir doch ihr Schätzchen, sagt,
woher ihr stammt. Wollen`s
gern dir sagen: wir sind ausgeschlagen aus dem Weidenbaum, haben winterüber drin
geschlafen, Lieber in tieftiefem Traum In
dem dürren Baume in tieftiefem Traume habt geschlafen ihr? In dem
Holz, dem harten, war, ihr weichen, zarten, euer Nachtquartier? Musst
dich recht besinnen: was da träumte drinnen, waren wir noch nicht, wie
wir jetzt im Kleide blüh`n von Samt und Seide hell im Sonnenlicht. Nur
als wie Gedanken lagen wir im schlanken grauen Baumgeäst; unsichtbare
Geister, die der Weltbaumeister dort verweilen lässt. Kätzchen
ihr der Weide, wie aus grauer Seide, wie aus grauem Samt. Oh ihr Silberkätzchen, ja,
nun weiß, ihr Schätzchen, ich, woher ihr stammt.
(Christian
Morgenstern) ...ist z.B. auch schön
begleitend zu sprechen, während man seinem Kind das Goldtröpfchen (siehe
Rubrik Kalender Januar) auf der Hand verteilt Fasnet Der
Februar ist natürlich auch der "Fasnets-Monat". Wo ich herkomme,
von der Schwäbischen Alb, da ist die Fasnet noch immer und sehr traditionell
beheimatet und ich spüre in an den närrischen Tagen noch ordentlich
meine Herkunft in all meinen Gliedern.
Narri,
Narro, mi beißt an Floh, I woiß it wo, I glaub am Po
Wo
ich jetzt mit meiner Familie lebe ist Fasching zwar kein Fremdwort, aber es ist
schon etwas anders, als ich es gewohnt war - eher gemäßigt, wenn auch
dennoch gepflegt.
Es
gibt bei uns z.B. alljährlich den traditionellen Rathaussturm samt Aufstellen
des Narrenbaumes. Wir schauen jedes Jahr zu und bewundern die Bietigheimer Stadtnarren
und Wobachspatzen, wie sie mit vereinter Kraft und Geschick den rießengroßen
Narrenbaum auf dem Marktplatz aufstellen. Maxim und Madeleine waren in diesem
Jahr leider zum Zeitpunkt des "Spektakels" unterwegs und konnten nicht
mitkommen, so zog ich mit den beiden Kleinen in die Stadt. Meine Tochter war dieses
Jahr Prinzessin (wie jedes Jahr eigentlich), Maris wollte eigentlich ihr Prinz
sein, entschied sich aber 1 Stunde, bevor wir loszogen dann doch dazu, ein Feuerwehrmann
zu sein. Da war Spontanität meinerseits gefragt, denn wir hatten zwar von
einem Feuerwehrfest einen prima Feuerwehrhelm, aber sonst....? Zum Glück
fand ich eine rote Regenjacke, eine rote Schneehose und dazu rote Schuhe für
den kleinen Mann. Das sah schon prima aus, aber Maris merkte gleich an, er braucht
dringend einen Feuerwehrschlauch. Da hatte er Recht, denn was ist ein Feuerwehrmann
in voller Montur ohne Schlauch??? Kein Problem - im Garten lag der Gartenschlauch
und von diesem schnitt ich einfach ein Stück ab. Maris war glücklich
und so zogen wir eilig los. Vor Ort bekam er dann mächtig Angst und wollte
keinen Schritt aus dem Kinderwagen machen. Irgendwann hat er seiine Scheu
etwas überwunden und fand es wohl auch lustig. Staunend betrachtete er
den großen Narrenbaum, den die Stadtnarren auf dem Marktplatz aufstellten
(siehe Bild links). Das hat meinen kleinen Sohn sehr beeindruckt. Als der Narrenbaum
dann in die Höhe ragte, war Maris eingeschlafen - auch ein Feuerwehrmann
wird mal müde ;0)
 Die
Bietigheimer Wobachspatzen sind bei uns der älteste Fasnetsverein. Sie tragen
ein Häs aus rot-weißen Flecken (rot und weiß sind die
Stadtfarben von Bietigheim), eine wunderschöne Larve aus Lindenholz, die
ein freundliches Gesicht zeigt und dazu die Karbatsche (Hanfpeitsche) und große
Schellen am Gürtel. Vielleicht seht Ihr sie auch mal in Eurer Nähe auf
einem Fasnetsomzug?
Ein ordentlicher Omzug gehört für
mich zur Fasnet dazu (viel mehr brauche ich allerdings nicht). Aber es muss ein
"richtiger" Fasnetsumzug sein, ein schwäbisch-alemannischer einfach.
Diese Fasnetsumzüge sind mit altem Brauchtum verbunden, besonders was die
Hästräger angeht mit ihren kunstvoll geschnitzten Masken, der
Musik..... Meine Kinder sind natürlich sehr gerne mit dabei, einerseits
mit Furcht in sämtlichen Gliedern und auch in ihren Gesichtern, wenn sie
manch grässliche Masken und Hexen auf sich zukommen sehen, andererseits aber
auch mit Freude, denn ihre mitgebrachten Körbchen füllen sich doch ganz
schnell mit "Zuckerle". Wenn ich ganz ehrlich bin, dann muss ich
zugeben, dass ich wohl mit die änstlicheste am Straßenrand bin, wenn
Hexen usw. an uns vorüberziehen. Wenn andere fühlen könnten, wie
mein Herz dnn klopft.....Als kleines Mädchen und Jugendliche wurde ich oft
mitgeschleift und kam am Ende mit völlig zerzausten und mit Stroh verriebenen
Haaren an meinen Platz zurück. Seit ich Kinder habe, wäge ich mich in
Sicherheit. Entweder ich "schützte" mich früher mit einem
Kind im Tragetuch (das hilft immer, ist aber nun eher vorbei), oder ich habe einfach
eines auf dem Arm, an der Hand.... Da sind die Hexen dann etwas freundlicher,
sie wuscheln mal in den Haaren und bohren direkt vor einem in ihrer großen
Nase, aber dann gehen sie auch schon wieder.
Die Wurzeln
der Fasnet entstammen eigentlich aus der menschlichen Ursehnsucht nach dem Frühling.
Nach einem langen, kargen Winter spürten die Menschen ganz starkt diese innere
Sehnsucht nach dem "Leben". Die Faschingszeit war damit begründet,
den Winter auszutreiben und den Frühling mit all seiner Farbe und Fruchtbarkeit
ins Land zu rufen. Besonders für die bäuerliche Gesellschaft hatte
diese Tradition früher eine ganz tiefe, religiöse Bedeutung. Vor allem
in kath. Gebieten war diese Tradition beheimatet und vor allem dort ist sie auch
bis heute annähernd so erhalten geblieben. Die Fasnetszeit ist dort immer
vebunden mit der anschließenden Fastenzeit. Mit Masken und lauten Getöse
wurde der Winter vertrieben, sodass der Frühling allmählich ins Land
ziehen durfte. Es entstanden mehr und mehr Narrenzünfte, die sich z.T.
bis heute noch erhalten konnten. Je nach Region heißt die 5. Jahreszeit
dann Fasnet, Fastnacht, Karneval, Fasching... In manchen Gebieten, wie
z.B. vielerorts auf der Schwäbischen Alb, ist die alte Tradition beinahe
unverändert erhalten geblieben. Auch in unserem Waldorfkindergarten
wird die Faschingszeit auf schöne Weise gefeiert, jedes Jahr unter einem
anderen Motto (also nicht, wie oft üblich, "nur" ein Handwerkerfasching).
Voriges Jahr war das Motto "eine Reise um die Welt", dieses Jahr "Urlaub
auf dem Bauernhof". Unsere Kindergärtnerinnen sind bei der Gestaltung
des Festes immer sehr kreativ und ermöglichen den kleinen Kindern einen wunderschönen
altersgemäßen und trotzdem ausgelassenen Fasnetsmorgen.
Das
Miterleben dürfen dieses alten Brauchtums ist für mich schon wichtig.
Meine Kinder sollen dieses Erlebnis jedes Jahr haben. Wir feiern zwar nicht tagelang
und ausgelassen Fasnet, aber den Tag z.B., an dem Fasnet in Kindergarten und Schule
gefeiert wird, den gestalten wir auch zu Hause etwas "anders", wenn
auch nicht üppig. Die Tage über gibt es dann besonderes Faschingsgebäck,
Luftschlangen hängen an Decken, Türen und Fenstern, um den Spiegel im
Bad....und einen Fasnetsumzug besuchen wir auch jedes Jahr. Das Brauchtum
steht für mich an erster Stelle und genau das möchte ich erhalten. Selbst
die Tradition der Winteraustreibung wird auch bei uns im Kindergarten noch gepflegt.
Die Kinder ziehen mit ihren Kostümen und lauten Instrumenten wie Rasseln,
Schellen, Trommeln und Rätschen nach draußen in den Garten und verjagen
mit einem Spruch den kalten Winter: Herr
Winter, geh hinter, der Frühling kommt bald. Das Eis ist geschwommen, die
Blümelein sind kommen und grün wird der Wald
Dass
diese Winteraustreibung eigentlich Anlass ist für die Faschingszeit, findet
man heute kaum mehr vor. Viele kennen diesen Brauch schon gar nicht mehr, Fasching
ist meist nur noch rein auf das Verkleiden und Ausgelassensein reduziert (vor
allem bei den Erwachsenen). Dabei ist die Winteraustreibung in Verbindung mit
Fasching doch eine ganz wunderbare und vor allem naturnahe Möglichkeit den
Winter zu verabschieden und den Frühling herbeizurufen - vor allem für
Kinder. Der Winter lässt sich auch Daheim mit Eltern und Geschwistern
austreiben. Laute Instrumente gibt es sicherlich zu Hause, ansonsten bastelt man
sich welche oder nimmt Töpfe, Kochlöffel, Stöcke usw. mit nach
draußen und macht ordentlich Krach.
Das Lieblingslied
meiner Kinder, das im Kindergarten und auch bei zu Hause schon seit langer, langer
Zeit in der Fasnetszeit gesungen wird, möchte ich gerne hier notieren. Ich
kenne es selbst noch aus meiner eigenen Kindheit und mochte es vor allem deshalb
so gerne, weil das Wort Sapperlott darin vorkommt, was ich als Kind ziemlich
oft von meiner Oma hörte, wenn ich etwas angestellt habe. Ich sage es auch
jetzt gerne zu meinen Kindern, wenn ich ein wenig sauer bin:
Trat
ich heute vor die Türe, sapperlott, was sah ich da? Tanzte doch die
Gans Agathe mit dem Truthahn Cha Cha Cha. Und
die Hühner und die Tauben machten meck und schrien muh, und das Pferd
mit seinen Hufen klapperte im Takt dazu. Trat
ich heute vor die Türe, sapperlott, was sah ich da? Tanzte doch die
Gans Agathe mit dem Truthahn Cha Cha Cha. Max,
der Esel, und die Schweine tanzten sehr vergnügt zu dritt. Und die
dicke Kuh Babette wiegte sich im Walzerschritt. Trat
ich heute vor die Türe, sapperlott, was sah ich da? Tanzte doch die
Gans Agathe mit dem Truthahn Cha Cha Cha. Mieze
bellte, Karo schnurrte und die Ziege auf dem Mist krähte sich die
Kehle heiser, weil doch heute Fastnacht ist. Trat
ich heute vor die Türe, sapperlott, was sah ich da? Tanzte doch die
Gans Agathe mit dem Truthahn Cha Cha Cha.
*** Fasnetsrezepte Was
wäre die Fasnet ohne Faschingskrapfen, Berliner usw.? Undenkbar! Auch unsere
Küche riecht im Februar tagelang nach Fett - das ist der Nachteil des Ganzen,
muss aber hingenommen werden. Am liebsten mag ich Quarkbällchen, weil
sie so herrlich saftig schmecken (sind auch noch am nächsten Tag gut) und
sie für kleine Kinderhände auch sehr handlich sind. Die Kinder können
nicht nur beim Teig kneten helfen, sondern auch beim Formen der Kugeln und vor
allem am Ende, wenn die Kügelchen dann in Zucker gewälzt werden. Das
ist für meine Kinder das Wichtigste beim Quarkbällchen machen, alles
andere darf ich zur Not auch selbst machen - nur das nicht. Was ich danach
allerdings alleine machen darf, ist den Boden und die Arbeitsfläche wieder
sauber machen. Man ahnt zuvor kaum, wo der Zucker überall seinen Weg hin
gefunden hat.....
Ich mache Quarkbällchen so: Quarkbällchen:
1/2
(- 1 Würfel Hefe), alternativ 1 Pck. Trockenhefe 1 TL Zucker 4-5 EL
Milch 50 g Butter 60 g Zucker etwas echte Vanille (mit dem Zucker vermischen) 1
Ei Prise Salz 250 g Quark 250 g Mehl evtl. 1 EL Milch etwas Zucker
zum Wälzen
Zuerst einmal wird die Hefe mit Zucker und den 5 EL lauwarmer
Milch vermischt. Das Ganze beiseite stellen und ca. 15 Min. gehen lassen. Weiche
Butter schaumig rühren, den mit Vanille gemischten Zucker zugeben, Ei, Salz
und Quark unterrühren. Die Hälfte des Mehls zugeben und alles gut
verkneten. Nun gibt man die Hefemischung und auch das restliche Mehl dazu
und knetet alles wieder gut durch. Falls der Teig zu dick ist, etwas Milch beigeben,
ist er zu klebrig, etwas Mehl
dazu. Den Teig solange kneten, bis er Blasen wirft und zugedeckt ca. 30 Min.
an einem warmen Ort gehen lassen (bis sich der Teig verdoppelt hat). Mit bemehlten
Händen den Teig zu kleinen Quarkbällchen rollen (bei mir ist der Teig
so, dass man ihn am Ende nur mit bemehlten Händen formen kann, also schon
noch etwas klebrig) und ca. 2-3 Min. von allen Seiten in heißem Fett* goldgelb
backen. Mit einem Schaumlöffel aus dem Fett heben und auf Küchenpapier
legen oder in einem Sieb abtropfen lassen - sogleich im Zucker wälzen (ich
gebe auch hier gerne ein wenig Vanille dazu). Quarkbällchen sind ganz
frisch und noch warm gegessen am Leckersten. Meine Kinder mögen es, wenn
wir in die Mitte noch einen kleinen Klecks Himbeermarmelade spritzen (wie beim
Berliner). Aber manchmal geben wir auch einfach direkt auf den Teller Himbeermarmelade
und tunken die Quarkbällchen dann ein ;0)
Einfach für jedes Kind
ein paar Quarkbällchen auf ein Tellerchen, drumherum bunte Luftschlangen
und schon ist Fasnet auf dem Tisch - Narri, Narro
*wir haben keine Friteuse
und backen die Quarkbällchen daher in einem Topf mit Pflanzenfett aus. Ich
verlasse mich, was die richtige Temperatur angeht, immer auf den Tipp von meiner
Oma mit dem hölzernen Kochlöffel: nachdem das Fett erhitzt wurde,
stellt man den Stiel des Kochlöffels aufrecht in das heiße Fett - steigen
sogleich reichlich kleine Bläschen am Stiel nach oben, dann ist es heiß
genug und es kann los gehen.#
Hier sind nun Rezepte,
die ich extra für den Puppenwiegenn-Kalender von meinen Gästen bekommen
habe - vielen lieben Dank :0) von Claudia: Liebe
Michèle, auch ich möchte gerne für deinen Februar Kalender
ein Faschings Gebäck beitragen, vielleicht kennst Du es ja noch nicht. Bei
uns gibt es immer Faschingskrapfen mit verschiedenen Füllungen. Ich mag sie
am liebsten mit Hagebuttenmarmelade oder Quittengelee, aber du kannst auch Vanillepudding
oder Schokopudding oder eine andere Creme einfüllen
Hier das Rezept:
500
g Weizenmehl oder halb Dinkel- halb Weizenmehl 1 Würfel Hefe 3-4 Eigelb 1
ganzes Ei zusätzlich 125 ml Milch 30 - 40g Butter 50 g Zucker 1/2
Tl. Salz 2 gehäufte El saure Sahne einen Hefeteig aus allen oben
genannten Zutaten herstellen. Gehen lassen, den Teig auf eine Unterlage auswellen
ca. 1/2 cm dick, dann mit einem bemehlten Glas in der gewünschten Größe
( ich nehme ein kleines Glas mit ca. 5-6 cm Durchmesser, dann werden sie nicht
so groß für die Kinder) ausstechen und nochmals ausgestochen mit
einem Tuch bedeckt ca. 20 minunten gehen lassen. Dann mit der gegangenen
Seite nach unten 3 minuten mit geschlossenem Deckel in der Fritteuse* backen,
wenden und 3 Minuten ohne Deckel backen, die noch lauwarmen Krapfen füllen
mit einer Lochtülle die Marmelade reinpumpen!!! Guten Apetit und
Hellau aus Ampfing!! *für diejenigen, die keine Friteuse haben, geht
es bestimmt auch im Topf mit heißem Fett! *** Bei Katrin
gibt es an einem Faschingstag immer Waffeln. Das ist auch eine Idee für
uns, die ich gerne aufgreife. Ich mache sie ohnehin viel zu selten, meine Kinder
könnten jeden Tag Waffeln essen, vor allem so:.
Michèles
Waffeln: 125 g Butter 60 g Zucker etwas echte Vanille 4-5 Eier ca.
1/4 l Milch 250 g Mehl 1 TL Backpulver (Weinsteinbackpulver) abgeriebene
Zitronenschale von 1/2 Zitrone
für den Belag: 1 Glas Kirschen etwas
Speisestärke Schlagsahne Vanille Schokocreme Teig: Butter
mit Zucker und Vanille einige Minuten verrühren, Eier und Zitronenschale
dazugeben und schön schaumig rühren. Mehl mit dem Backpulver mischen,
nach und nach beifügen und anschließend die Milch dazugießen,
bis ein dickflüssiger Teig entsteht (bei Bedarf mehr oder weniger Milch).
Der Teig sollte noch locker vom Löffel fallen. Den Teig ca. 30 Min. ruhen
lassen, damit das Mehl quellen kann. Evtl. nach dem Quellen noch mit etwas
Milch verdünnen. Verwendet man Vollkornmehl, dann bitte mehr Milch zugeben! Waffeln
ausbacken. > ich mache meinen Waffelteig immer einfach so, ganz ohne
ein festes Rezept. Die Mengenangaben sind also nur ungefähr, ohne Gewähr!!!
Jetzt
aber kommt das Besondere an unseren Waffeln,
Belag: auf unsere Waffeln
kommt zuerst eine dünne Schicht Schokoladencreme/Schoko-Nuss-Creme, darauf
Kirschkompott* (angedickt mit Stärke) und darauf dann geschlagene Sahne
mit Vanille. Da der Belag schon so süß ist (Schokoaufstrich...),
gebe ich in den Waffelteig auch eher wenig Zucker (siehe oben), bzw. manchmal
sogar überhaupt keinen. *Kirschkompott: ich nehme ein Glas entsteinte
Kirschen, koche sie samt Saft langsam in einem Topf auf und gebe dann angerührte
Speisestärke dazu, um die Kirschen anzudicken. 2-3 Minuten aufkochen, dann
abkühlen lassen.
Die so belegten Waffeln schmecken total lecker,
ich kann`s gar nicht sagen. Probier es mal aus. mit
Liebe genähte Puppenkinder aus Naturmaterialien. Leider darf ich meine Puppen
nicht mehr als Waldorfpuppen bezeichnen, da der Name Waldorfpuppe markenrechtlich
geschützt ist. Inhaber des Namensrechtes für Waldorfpuppen ist der Bund der freien
Waldorfschulen. |